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Neuss: Seit 65 Jahren ist Schwester Maria Gudula Ordensfrau

Ordensleben in Neuss : Schwester Maria Gudula ist seit 65 Jahren Ordensfrau

1956 legte Schwester Maria Gudula ihr Gelübde bei den Neusser Augustinerinnen ab. Eine Entscheidung, sagt die 87-Jährige, die sie nie bereut habe und immer wieder treffen würde. Gefeiert wurde im Kloster Immaculata.

Sie ist wahrhaftig eine „eiserne Lady“: Schwester Maria Gudula feierte am vergangenen Sonntag im Kreis weiterer Jubilarinnen ihr Ordensjubiläum im Kloster Immaculata. Die mittlerweile 87-jährige Nonne legte 1956, also vor 65 Jahren, ihr Gelübde bei den Neusser Augustinerinnen ab, die eigentlich „Barmherzige Schwestern nach der Regel des Augustinus“ heißen. Der Name ist Programm – und das bestimmte das Leben von Schwester Gudula. Dass sie damals die richtige Wahl für ihr Leben traf, stellt sie während der Gesprächs mit unserer Redaktion unmissverständlich klar: „Es war die richtige Entscheidung! Ich würde sie sofort wieder treffen“, sagt sie mit großer Zufriedenheit.

Schwester Gudula wuchs als Katharina Moritz in Hackenbroich gemeinsam mit sechs Geschwistern auf. An ihre Kindheit hat sie glückliche Erinnerungen. Ihre Eltern, beide aus Köln stammend, kamen 1921 nach Hackenbroich und kümmerten sich dort um das Jugendheim Sankt Katharina, die Kirche und den Haushalt des Pastors. Die Jubilarin genoss in diesem Umfeld eine religiöse Erziehung mit vielen Gebeten. Bei der Frage nach der weiteren Lebensgestaltung fragte sie einen Priester um Rat. Er schlug ihr drei Wege vor: Heirat, ledig bleiben – oder als Ordensfrau leben. Die Frage „Was will Gott von dir?“ sollte sie sich selbst beantworten.

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Die Antwort fand die junge Katharina schon bald bei den Neusser Augustinerinnen. Nach Gesprächen mit der damaligen Oberin, Besuchen im Mutterhaus und Einladung zu einer Einkleidung trat sie in den Orden ein. Ihre Ausbildung als Krankenschwester im Herz-Jesu-Krankenhaus war da schon beendet. Von 1963 bis 1968 hatte die junge Schwester die Stationsleitung der „Inneren“ im Lukaskrankenhaus inne.

Anschließend durchlief sie in Düsseldorf eine Fortbildung zur Gruppenpflege. „Sie gibt es heute nicht mehr“, erklärt Schwester Gudula, und arbeitete ab August 1968 im neu errichteten Johanna-Etienne-Krankenhaus, benannt nach der Ordensgründerin. Dort wurde sie 1976 bis 1983 Oberin, bevor sie erneut den Platz wechselte und wieder bis 1986 im Lukaskrankenhaus tätig war: „Ich habe immer die Runde in Neuss gedreht“, meint Schwester Gudula und schmunzelt. Denn von 1987 bis 1993 übte sie erneut die Funktion einer Oberin aus, dieses Mal im Sankt-Josef-Krankenhaus, bevor sie 1994 ans „Etienne“ zurückkehrte. Seit 1999 ist sie erneut im Sankt-Josef-Krankenhaus tätig. Ihre Aufgaben haben ihr immer viel Freude bereitet, auch wenn es manchmal Schwierigkeiten gab – entweder im persönlichen Bereich oder mit der Krankenhausleitung: „Aber ich bin immer klar gekommen“, resümiert die Jubilarin. Sie gibt zu, dass sie lieber am Krankenbett tätig war als die Leitungsfunktion einer Oberin innezuhaben. Aber Schwester Gudula übernahm klaglos die ihr übertragenen Aufgaben.

Aktuell erledigt sie immer noch Büroarbeiten im Sankt-Josef-Krankenhaus. Außerdem ist sie Vorsitzende des Hospiz-Fördervereins, der ihr sehr am Herzen liegt. Dem Konvent des Johanna-Etienne-Krankenhauses mit drei Schwestern steht sie als Oberin vor: „Der Konvent bleibt noch so lange bestehen, wie es geht“, antwortet sie auf die Frage nach dessen Zukunft. hren Ehrentag konnte sie mit 15 Familienmitgliedern festlich begehen. Eine besondere Freude ist es für sie, wenn sie gemeinsam mit ihrer ebenfalls im Kloster lebenden Schwester Tabhita (81) während der Messe musiziert: Schwester Tabhita spielt Orgel und Schwester Gudula singt dazu.