Neuss: Seit 25 Jahren bildet das Off-Theater Tanz- und Theaterpädagogen aus

25 Jahre Off-Theater in Neuss : Das Theater steht immer im Mittelpunkt

Seit 25 Jahren bildet das Off-Theater NRW Tanz- und Theaterpädagogen aus. Nun wird erst mal gefeiert.

Ein großer Raum, eine ebenerdige Bühne mit einem schwarzen Vorhang ummantelt, ein paar Stühle an den Wänden. Mehr nicht. „Unser großer Saal erinnert mich immer an ,Der leere Raum’ von Peter Brooks“, sagt Ute Plaumann und zitiert aus dem Essay des legendären Theatermachers: „Ich kann jeden leeren Raum nehmen und ihn eine nackte Bühne nennen. Ein Mann geht durch den Raum, während ihm ein anderer zusieht. Das ist alles, was zur Theaterhandlung notwendig ist.“

Und beim Betreten des Saals im Off-Theater NRW wird klar, warum: „Das soll auch so sein“, betont Plaumann, die mit einem Festakt im RLT das 25-jährige Bestehen der von ihr geleiteten Einrichtung an der Salzstraße feiert. „Viele Angebote und Workshops finden in diesem Saal statt, die Teilnehmer sollen ihre Talente und Fähigkeiten ausprobieren können. Es soll ein sinnliches Erfahren ermöglicht werden, das durch rein theoretische Lektüre nicht möglich wäre.“

Seit 25 Jahren bietet die Akademie Fortbildungen in Theater, Tanz und Kultur an. Die Stätte für kulturelle Weiterbildung versteht sich selbst als Schnittstelle zwischen Kunst, Kultur und Pädagogik. 1994 schlossen sich Theaterpädagogen, Regisseure, Tanzpädagogen, Choreographen und Kulturmanager zusammen, um einen Ort zu etablieren, an dem Pädagogen, Lehrer oder Sozialarbeiter das künstlerische und methodische Know-how zur Durchführung von kulturellen Projekten erlernen. Umgekehrt sollen die Theater-, Tanz-, Kunst- oder Kulturschaffenden die pädagogischen Fähigkeiten vermittelt bekommen, um verschiedene Zielgruppen begleiten und anleiten zu können.

Diese Idee stand am Anfang und hat sich stetig weiterentwickelt. Das fordert von den Dozenten eine Doppelqualifikation: Sie sind künstlerische Experten, aber haben auch Erfahrungen damit, unterschiedliche Zielgruppen zu unterrichten. Dabei legt das Off-Theater besonderen Wert auf den hohen künstlerisch-pädagogischen Qualitätsstandard eines Angebots, dieser wird nach Richtlinien, Curricula und Empfehlungen der jeweiligen Fachverbände, in denen die Akademie selbst Mitglied ist, festgelegt.

Die Akademie ist stattlich anerkannt, nach der erfolgreichen Absolvierung einer der Lehrgänge schließt man in Theaterpädagogik als Theaterpädagoge, in Tanzpädagogik mit Diplom ab. Die Kulturmanagement-Fortbildung berechtigt die Absolventen, größere Kulturprojekte, Veranstaltungen und Events durchzuführen – oder in „Clownerie“ als (Klinik-) Clown zu arbeiten.

Die Akademie selbst finanziert sich über Projektförderungen, die jeweils für ein Haushaltsjahr angelegt sind. Somit wurden bis heute fast 2000 Absolventen fortgebildet, sie können als Dozenten für Theater, Tanz, Rhythmik, Clownerie und als Kulturvermittler und -manager arbeiten.

Allerdings hatte Plaumann mit ihrem Versuch, eine ständige Förderung durch die Stadt zu bekommen, im Kulturausschuss keinen Erfolg gehabt. Unstrittig war dagegen die weitere projektbezogene Unterstützung für das Off-Theater.

Selbstverständlich wird es zum 25 jährigen Bestehen einen Festakt geben. Im Rheinischen Landestheater, das schon lange zu den eng verbundenen Kooperationspartnern des Off-Theaters gehört. Und mit einer Aufführung des eigenen Ensembles „Die Interkontinentalen“, die ihrer Produktion den Titel „Bunt – Eine Reise durch ein unbekanntes Land“ gegeben haben.

Dabei werden insgesamt 39 Amateurschauspieler im Alter von neun bis 69 Jahren mit einem typisch theaterpädagogischen Stück auftreten. Kooperationspartner ist nicht nur das RLT, sondern auch Caritas International. Zusammen mit dem RLT hat das Off-Theater übrigens die „Bürgerbühne“ ins Leben gerufen, ein generationenübergreifendes Theaterprojekt von und mit Neusser Bürgern.

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