Neuss: Schutzengel der Furth auf der Christ-König-Kirche in neuem Licht

Kirchenvorstand will Skulptur sichtbar machen: Der Posaunen-Engel soll angestrahlt werden

Der Kirchenvorstand will die Bronze-Skulptur auf der Christ-König-Kirche beleuchten. Derzeit werden noch die Kosten geprüft.

Die Christ-König-Kirche auf der Furth ist mit ihrer ungewöhnlichen Bauweise schon ohnehin ein Hingucker. Wer den Blick auch noch gen Himmel richtet, sieht nicht nur die 27 Meter überspannende Kuppel, sondern auch eine besondere Skulptur, die der Further und ehemalige Landrat Dieter Patt als den „Schutzengel des Viertels“ bezeichnet – der Posaunen-Engel. Die 3,50 Meter hohe Bronze-Figur von dem bekannten Neusser Künstler Hein Minkenberg soll zukünftig mit Beleuchtung über der Furth erstrahlen.

Die 3,50 Meter hohe Bronze-Figur von dem Neusser Künstler Hein Minkenberg soll zukünftig mit Beleuchtung über der Furth erstrahlen. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Der Anstoß für das Projekt kam von Patt. „Ich bin im Herzen ein Further. In der Skulptur habe ich schon immer den Schutzengel von der Furth gesehen“, sagt der ehemalige Landrat. Dieser „Schutzengel“ solle sichtbarer werden, er stünde sonst „ein bisschen verloren da oben“, so Patt. Sein Vorschlag, den Engel zu beleuchten, kam bei dem Kirchenvorstand gut an. „Die Skulptur gehört zu den prägnantesten Elementen der Stadt“, sagt Pfarrer Hans-Günther Korr. „Es wird jetzt schon um 17 Uhr dunkel. Es wäre schön, wenn die Kirche zu den Gottesdiensten erstrahlt“, sagt Korr.

Der Posaunen-Engel ist mit der Nordstadt eng verbunden. Seit der Fertigstellung der Christ-König-Kirche im Jahr 1956 thront der Engel darauf. Erschaffen wurde die Skulptur von dem bekannten niederrheinischen Künstler und Professor Hein Minkenberg. Aus seinem Atelier an der Steinhausstraße, das Minkenberg 1952 bezog, schaffte er viele Werke, die bis heute in Neuss zu bewundern sind, darunter der Posaunen-Engel und eine Pietà, ebenfalls in der Kirche an der Friedenstraße. Der Engel sei für ein Werk von Minkenberg ungewöhnlich elegant, so Kirchenvorstand Hans-Dieter Feuerlein. Der Stil des Neusser Künstlers sei für gewöhnlich „ein bisschen derber“, sagt Feuerlein. Was wohl im Gegensatz zu seiner Persönlichkeit stand, wie Dieter Patts Erinnerungen zeigen.

„Er war ein super netter Kerl. Das Verrückte ist, dass ich damals miterlebt habe, wie Herr Minkenberg den Engel erschaffen hat“, sagt Patt. Damals war der spätere Landrat noch ein fünfjähriger Junge. Täglich sei er an dem Atelier in der Nordstadt vorbei gelaufen und habe beobachtet, wie die Bronzeskulptur Schritt für Schritt entstand. Der schon damals hoch angesehene Künstler war sich für Gespräche mit dem neugierigen Jungen nicht zu schade. „Ich habe ihn oft ausgefragt und er hat sich mit mir unterhalten“, so Patt heute. „Er hat wohl bemerkt, dass ich selbst mal Künstler werde“, schmunzelt er.

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Die Furth und ihrem Engel liegen Patt am Herzen. Für seinen Stadteil hat der ehemalige Landrat noch viele Ideen. „Es freut mich, dass es die Initiative Nordstadt gibt. Ich habe viele weitere Vorschläge und werde mich in Zukunft einbringen. Damit die Furth noch interessanter wird als sie jetzt ohnehin schon ist.“

Ob Minkenbergs Engel aber nun lediglich an bestimmten Tagen, wochenlang oder sogar das ganze Jahr über an jedem Abend beleuchtet werden soll, wird noch geprüft. Momentan sei der Kirchenvorstand in Vorüberlegungen, sagt Pfarrer Korr. Man gehe der Frage nach, inwiefern die Beleuchtung technisch möglich ist. Auch über die Kosten der Beleuchtung  tauscht sich der Kirchenvorstand derzeit noch aus. „Den Turm von St. Josef haben wir schon für die Adventskonzerte beleuchtet, und das wurde sehr, sehr gut angenommen“, sagt Korr.

Wenn es nach Dieter Patt geht, würde die Bronzestatue wohl stets strahlen. „Denn auch in der Dunkelheit soll man sehen, wie der Schutzengel über die Furth wacht“, sagt der ehemalige Landrat.

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