Neuss: Schulpreis-Jury besucht das Gymnasium Norf

Größte Schule in Neuss : Schulpreis-Jury besucht Gymnasium Norf

Das Gymnasium Norf hat bereits jetzt allen Grund stolz zu sein: Zum zweiten Mal nach 2016 gehört die größte weiterführende Schule in Neuss zu den 20 Schulen, die sich Hoffnung auf den Deutschen Schulpreis 2020 machen können.

Jetzt war eine Jury aus Schulpraktikern und Bildungswissenschaftlern zwei Tage lang in der Einrichtung zu Gast, führte viele Gespräche und schaute sich gründlich um. 15 der 20 besuchten Schulen werden im März nominiert und nach Berlin eingeladen. Dort entscheidet sich dann, wer die begehrten Preise im Wert von insgesamt 200.000 Euro mit nach Hause nehmen darf – und welche Einrichtung sich mit dem Titel „Beste Schule Deutschlands“ schmücken kann.

Noch ist zwar nichts entschieden, doch die fünfköpfige Jury sowie Heike Kühlewein von der Robert-Bosch-Stiftung, die den Wettbewerb gemeinsam mit der Heidehof-Stiftung seit 2006 vergibt, zogen nach dem zweitägigen Besuch ein positives Fazit. Besonders im Bereich Digitalisierung konnte das Norfer Gymnasium punkten: „Digitale Technik wird hier in vielen Fächern eingesetzt“, betonte Mathias Ropohl, Professor für Didaktik der Chemie an der Universität Duisburg-Essen. Dies sei ein deutlich wahrnehmbarer Schwerpunkt, der sich durch das gesamte Schulleben ziehe. Wolfgang Beutel, Geschäftsführer des Förderprogramms für Jugend und Schule „Demokratisch handeln“, hatte einen anderen Blickwinkel auf das Schulleben: Rund um das Thema Demokratie-Bildung habe das Gymnasium „einiges anzubieten“, so sein Urteil – etwa „einen sehr interessanten Unterricht im Fach Sozialwissenschaften“. Die Themen Heimat, Flucht, Migration und Integration würden gut in den Unterricht eingebunden und in Projekten aufgegriffen, die Schüler könnten auch eigene Ideen dazu einbringen. Das Leitbild „Einheit in Vielfalt“ werde umgesetzt und mit Leben gefüllt. Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution – das sind die sechs Qualitätsbereiche, die von den Experten beurteilt werden.

Schulleiter Stefan Kremer zeigte sich nach dem Besuch begeistert von der Herangehensweise der Jury: „Die haben das äußerst professionell gemacht, alle waren bestens informiert über unsere Schule. Die Juroren nehmen ihre verantwortungsvolle Aufgabe sehr ernst“, so sein Fazit. Darüber hinaus habe er sich gefreut, dass die Besucher allen Beteiligten „mit höchster Wertschätzung“ begegnet seien. Schon jetzt verbucht der Schulleiter die zweite Teilnahme am Bundeswettbewerb als Erfolg: „Der Blick über das Bundesland hinaus und auf andere Schulformen ist sehr spannend, wir haben viele Kontakte geknüpft.“

Diese Netzwerkarbeit und das positive Urteil der Jury seien „eine tolle Bestätigung – aber wir freuen uns natürlich auch über das Geld“. Falls das Gymnasium Norf den Hauptpreis über 100.000 Euro bekommt, sollen 25.000 Euro davon an das Partnerschaftsprojekt Mosambik gehen, das von der Schule seit vielen Jahren unterstützt wird. Außerdem soll der Schulhof noch bewegungsfreundlicher gestaltet werden.