Neuss: Schulen setzen auf Klima- und Umweltschutz

Engagement in Neuss : Schulen setzen auf Umweltschutz

Klima- und Umweltschutz sind nicht erst seit der „Fridays for Future“-Bewegung ein Thema in den Neusser Schulen. Lehrer besprechen es in Erdkunde und in Projektkursen. Und an den Grundschulen gibt es Energieunterricht.

In der letzten Schulstunde vor der Europawahl soll am Freitag der Klimaschutz Thema sein. Mit dieser Bitte hat sich ein Aktionsbündnis, das sich rund um die Bewegung „Fridays for Future“ gebildet hat, an die weiterführen Schulen gewandt. Das ruft aktuell zu einer weiteren Demonstration auf, die um 11 Uhr mit einem Protestzug vom Marienkirchplatz vor das Rathaus beginnt und – nach der Kundgebung – auf dem Freithof endet. Das Thema Klima und Klimaschutz mobilisiert nicht nur Schüler, aber sie vor allem. Und: Es kommt beim Neusser Nachwuchs an.

In den Schulen wird es zum Beispiel häufig im Erdkundeunterricht thematisiert – oder in Projektkursen. Das ist zum Beispiel an der Gesamtschule Nordstadt der Fall. Dort gibt es in der Jahrgangsstufe 12 insgesamt vier solcher Projektkurse, einen davon leitet die stellvertretende Schulleiterin Ute Deckers. Der Titel ihres Kurses lautet „Es gibt (vermutlich) nur eine Welt“. Und dass man mit dieser sorgsam und möglichst ressourcenschonend umgehen muss, wird im Projektkursus mit verschiedenen Schwerpunkten und unter unterschiedlichen Aspekten erarbeitet. „Allerdings beschäftigen sich alle vier Projektkurse in unserer Oberstufe mit dem Thema Nachhaltigkeit“, sagt Deckers. „Das wird von den Schülern super aufgenommen.“

Ein Beispiel: Ältere Schüler sprechen jüngere an und machen darauf aufmerksam, wie sich im Alltag Müll vermeiden lässt. Für den Mensa-Bereich gibt es zudem ein Müllvermeidungsprojekt. Vierteljährlich gibt es eine Tauschbörse in der Schule, auch Up- und Recycling sind ein großes Thema. Das Ziel: Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Dinge werden zu neuwertigen Produkten gestaltet. „Das ist auch ein Kontrapunkt zur Wegwerfgesellschaft“, sagt Deckers.

Schon früh sollen auch die jüngeren Schüler an der im Aufbau befindlichen Schule mit ins Boot geholt werden. Daher stellen die Projektkurse ihre Arbeit auch vor den Ferien vor. Das soll nicht nur Aufklärungsarbeit leisten, sondern auch die Neugierde bei den jüngeren Jahrgangsstufen wecken, sich selbst später in einem der Kurse zu engagieren – und schon jetzt zum Beispiel im Alltag darauf zu achten, unnötigen Müll zu vermeiden und auf wichtige Rohstoffe zu achten.

Bei noch jüngeren Neussern setzt ein Projekt an, das mittlerweile seit zehn Jahren in der Quirinus-Stadt besteht: der Energieunterricht, den die Stadtwerke Neuss zusammen mit dem Verein „Deutsche Umwelt-Aktion“ (DUA) anbieten. Alle 26 Grundschulen haben das Angebot angenommen, in diesem Jahr hatten sich 63 vierte Klassen mit insgesamt rund 1900 Schülern angemeldet. Sabine Köster, DUA-Mitarbeiterin und Unterrichtsleiterin, besuchte die Schüler und vermittelte ihnen interaktiv und spielerisch Wissenswertes unter dem Motto „Energie erleben und verstehen“. Durch Experimente zum Beispiel mit einer Dampfmaschine, Mini-Windrädern und solarbetriebenen Spinnentieren wird das Thema für die Kinder greif- und nachvollziehbar. Seit der Premiere 2010 haben mehr als 13.000 Neusser Grundschüler das Angebot wahrgenommen.

Beim Besuch der Grundschule „Die Brücke“ auf der Furth war auch Ekkehard Boden, Geschäftsführer Technik bei den Stadtwerken Neuss, dabei. Er betont, wie wichtig es sei, dass „die Kinder schon früh und auf kindgerechte Weise einen umweltbewussten Umgang mit Energie lernen“.

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