Neuss: Schützen in Reuschenberg wollen das Komitee abschaffen

Viele Baustellen für Präsident Wolfgang Strahl : Schützen in Reuschenberg schaffen Komitee ab

Der neue Präsident will bei seinen Aufräumarbeiten die Vereins-Führung neu regeln. Doch zuerst muss er Mitstreiter suchen.

Das Komitee des Reuschenberger Bürger-Schützen-Vereins steht vor seiner Abschaffung. An seine Stelle soll einerseits ein erweiterter Vorstand treten, in dem auch Korpsführer Sitz und Stimme bekommen sollen. „Das soll den Kommunikationsfluss verbessern“, erklärt der neue Schützenpräsident Wolfgang Strahl, der dem Regiment darüber hinaus vorschlagen will, den geschäftsführenden Vorstand von drei auf fünf Köpfe zu vergrößern. Damit da mehr Meinungen zusammenkommen, wie Strahl sagt.

Eine Woche nach seiner Wahl und der Übernahme der Amtsgeschäfte hat Strahl eine Menge Baustellen in Arbeit. Einen Zwischenbericht wird er am Mittwochabend dem Restkomitee vorstellen, das inzwischen im Wochenrhythmus zu Sondersitzungen zusammenkommt. Vergangene Woche hatte es Strahl, von 2011 bis 2016 schon einmal Vizepräsident, zurück ins Komitee geholt und gleich zum Präsidenten gemacht. Morgen nun will Strahl das gleiche Procedere anwenden, um einen neuen Schriftführer ins Amt zu bringen. Amtsinhaber Klaus Treudt hatte auch unter dem Eindruck der turbulenten Jahreshauptversammlung im vergangenen November, die unter anderem mit der überraschenden Abwahl von Vize-Präsident Detlef Kaiser geendet hatte, seinen Rücktritt zur Jahresmitte 2019 angekündigt. Das blieb nicht die einzige Veränderung.

Über den Jahreswechsel sah es so aus, als würde das Leitungsgremium auf eine Rumpftruppe zusammenschrumpfen. Gesetzt waren nur noch Geschäftsführer Daniel Schillings, Schießmeister Dieter Bonn und Christian Klug als technischer Beauftragter. Denn Schatzmeister Dieter Faes kündigte öffentlich an, nur noch einen Nachfolger einarbeiten und sich am liebsten sofort aus der Verantwortung verabschieden zu wollen. Marcus Piel, der zweite Schießmeister, hat erklärt, sein Amt nach dem Schützenfest im Juli zur Verfügung zu stellen – was der Musikbeauftragte Michael Klug und Sascha Forstmeier als zweiter Schatzmeister schon vollzogen haben. Aktuell, sagt Strahl, sei man dabei, Interessenten zu finden. „Wir sind an allen Positionen dran.“

Strahl hatte das Amt von Hardi Nottinger übernommen, der im Ergebnis seiner Wiederwahl (64 Ja- bei 61-Nein-Stimmen) keinen Hinweis auf große Rückendeckung mehr erkennen konnte. Nottinger kündigte daher den Rückzug zum 1. Mai an, um das für Anfang April geplante dreitägige Frühlingsfest noch über die Bühne zu bringen. Strahl aber wollte „die Zügel schneller in die Hand nehmen“, wie er sagt, um auch das Schützenfest besser vorbereiten zu können.

Warum das alte Komitee von den Mitgliedern – in einer von einem Grenadier beantragten geheimen Abstimmung – derart abgestraft wurde, ist nach wie vor ungeklärt. Das soll am 4. Februar Thema einer Offiziersversammlung sein, zu der Oberst Volker Pauly einlädt. Möglich, dass danach die Aufräumarbeiten fortgesetzt werden (müssen).

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