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"Neuss rückt ans Wasser" ist das Thema der letzten Mosaike-Tour in diesem Jahr.

Neusser Mosaike : Wie die Stadt ans Wasser rückte

Wie hat sich der östliche Innenstadtrand in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Und was ist noch geplant? Zum Abschluss der diesjährigen Reihe „Neusser Mosaike“ von NGZ und Neuss Marketing geht es um Stadtplanung.

Wer der Stadt Neuss erstmals nach zehn oder zwölf Jahren wieder einen Besuch abstattet, wird zweifelsohne eine große Überraschung erleben: Denn zwischen Freithof und Zollhafen, Markt und Wendersplatz, Oberstraße und Rennbahn hat sich städtebaulich so einiges getan.

Lagerhäuser wurden umgebaut und umgenutzt, die Entree-Situation in die Innenstadt baulich mit repräsentativen Bauten umgestaltet, Brachen umgewidmet und Plätze mit einer hohen Aufenthaltsqualität geschaffen. „Neuss rückt ans Wasser“ lautete um das Jahr 2007 der griffige Slogan für die „Sanierungsmaßnahme östlicher Innenstadtrand“, wie das Projekt im Verwaltungsdeutsch heißt. Einige Punkte der Planung – wie Romaneum und Haus am Pegel, Hafenkopfgebäude und Forum Marienberg mit Fußgängerübergängen – sind umgesetzt, andere dagegen warten noch auf ihre Verwirklichung oder sind derzeit in Abstimmung. Bei der „Neusser Mosaike“-Tour am kommenden Samstag, 26. Oktober, nimmt Stadtplanerin und Architektin Katrin Bobenhausen die Teilnehmer mit auf einen etwa anderthalbstündigen Rundgang durch das Sanierungsgebiet zwischen Altstadt und Hafen. Zugleich bildet diese Führung den Abschluss der diesjährigen Mosaike-Tourenserie von Neuss Marketing und der NGZ.

 Neue Verbindungen laden zum Flanieren ein.
Neue Verbindungen laden zum Flanieren ein. Foto: Melanie Stegemann
  • NGZ-Foto: C. Kleinau
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Die Neusser Innenstadt besser mit dem Hafenbecken 1 zu verknüpfen, neue Wegeverbindungen zum Wasser zu schaffen und die Aufenthalts- und Lebensqualität weiter zu stärken – das waren die Ziele der „Sanierungsmaßnahme östlicher Innenstadtrand“, die ab dem Jahr 2007 entwickelt und in Einzelmaßnahmen ab 2009 baulich umgesetzt wurde. Zugleich entwickelte sich das Hafenbecken 1 vom reinen Verlade- und Industriegebiet zum attraktiven Gewerbestandort mit Aufenthaltsflächen. Die Hafenpromenade mit der Treppenanlage etwa ist nicht nur Veranstaltungsort des beliebten Fischmarktes, sondern wird sehr gern von Passanten und Besuchern zum Verweilen genutzt.

Zum definierten Innenstadtrand gehören außerdem Abschnitte des Stadtmauerweges und der Bereich der ehemaligen Münsterschule. In ihren Ausführungen zeigt die Tourenleiterin historische Zusammenhänge auf und verweist außerdem auf Projekte, die ohne Förderung durchgeführt wurden. Um den Neussern, die all diese Veränderungen miterlebt und sich längst daran gewöhnt haben, in Erinnerung zu rufen, wie es an einigen Orten noch vor wenigen Jahren aussah, zeigt Katrin Bobenhausen auch fotografische Ansichten und einige Luftbilder.

Als Stadtplanerin beschäftigt sich Katrin Bobenhausen mit der Entwicklung einer Stadt sowie mit ihren räumlichen und sozialen Strukturen. „Ziel der Stadtplanung ist es, für alle eine lebenswerte Stadt zu schaffen“, sagt die Architektin, die seit 30 Jahren bei der Stadt Neuss beschäftigt ist und die „Sanierungsmaßnahme östlicher Innenstadtrand“ von Anfang an begleitet hat. Ihr erklärtes Lieblingsprojekt innerhalb der Maßnahme: „Das Romaneum, wegen der historischen Kontinuität von den Römern bis heute“, erklärt sie. Bis vor ein paar Jahren wurde dieses Gelände als Busbahnhof genutzt. Das Areal rund um das Gebäude, in dem heute städtische Musikschule, Volkshochschule und Fernuniversität untergebracht sind, gehört zu den fertiggestellten Fördermaßnahmen, anhand derer Katrin Bobenhausen den Planungsprozess erläutern wird: Warum wurde so geplant und nicht anders? Wie werden Anwohner, Bürger, Politiker und Planer in den Prozess mit einbezogen und an den Entscheidungen beteiligt? Auch auf diese Fragen wird sie Antworten geben.

Noch ist das Projekt „Neuss rückt ans Wasser“ nicht abgeschlossen. So hat sich der Neusser Planungsausschuss erst Ende September in seiner Sitzung für einen Wettbewerb ausgesprochen, bei dem es um die Umgestaltung der öffentlichen Verkehrsflächen und Freianlagen zwischen Wendersplatz, Kehlturm und Markt geht.

(NGZ)