Neuss: Robin Schüllenbach ist der „Neue“ beim Stunk

Kabarettkarneval in Neuss : Robin Schüllenbach ist der „Neue“ beim Stunk

Der Schauspieler, Musiker und Autor vertritt das Stunk-Ensemblemitglied Jens Kipper. Auch auf der Bühne wird Schüllenbach den „Neuen“ geben.

Allein die Wortwahl für das Engagement spricht für sich: „Schwangerschaftsvertretung“. So jedenfalls bezeichnen Jens Kipper und Robin Schüllenbach (und man sieht sie förmlich dabei grinsen) die Tatsache, dass Kipper für sich einen Ersatz brauchte, weil er in diesem Jahr beim Stunk des Theaters am Schlachthof (TaS) nicht dabei sein kann. Er steckt zu sehr in den Dreharbeiten für die Serie „Freundinnen“, als dass er die Zeit hat, Proben und Vorstellungen des Stunk in Neuss und in Düsseldorf einzubauen. Also bat er seinen Freund und Kollegen Schüllenbach, einzuspringen. Was dieser auch sofort zusagte.

Und das auch noch zu gerne! „Denn für mich ist das wie eine Rückkehr zu meiner Familie“, sagt der Schauspieler, der am TaS einst angefangen hatte und mit Kipper und dessen Frau Ilva Melchior eng befreundet ist: „Stunk wollte ich schon immer mal mitmachen!“. Dafür hat er sich die Zeit förmlich frei geschaufelt, sogar eine Hauptrolle für eine Serie abgesagt. Das Angebot kam nur wenige Tage nach dem Start der Leseprobe für den Stunk, erzählt Schüllenbach, „aber ich konnte und wollte das Stunk-Team nicht hängenlassen“. Da hält sich der gebürtige Recklinghausener auch an den Ehrenkodex seiner Heimat Ruhrpott: „Ein Wort ist ein Wort!“

Also steht er nun auf der Wetthallen-Bühne und später im Capitol, weiß zwar genau, dass er die „Rampensau“ Kipper nicht ersetzen kann, aber freut sich, dass sein Status als „Neuer“ im Ensemble von Autor und Regisseur Martin Maier-Bode auch in den Stunk eingebaut wurde. „Auch auf der Bühne bin ich der Neue“, sagt er und ergänzt lachend: „Da stamme ich aus Höxter und bekomme ordentlich was ab.“ Schüllenbach, der spielt, singt und diverse Instrumente beherrscht, hat auch von Sabine Wiegand ein Lied geschrieben bekommen. Auf die Melodie von Bryan Adams „Summer of  ’69“, allerdings gibt er zu, dass er an der Performance noch arbeiten muss: „Die Tonlage ist ein bisschen zu hoch für mich.“

Musik und Choreographie bestimmen im Moment die Proben, die Ensemblemitglieder müssen dafür „Hausaufgaben“ machen. „Also tanzen ist nicht so ganz meins“, sagt Schüllenbach – und übt in seiner Kölner Wohnung. Zeit hat er ja in dieser Session, denn die Premiere des Stunk ist am 18. Januar in Neuss, die öffentliche Generalprobe findet einen Tag vorher statt.

Und was macht Robin Schüllenbach, wenn er nicht irgendwo auf einer Bühne steht oder vor der Kamera agiert? „Ich habe eine Kunstkralle auf meinem Kopf“, sagt er, „ich schreibe und mache Musik.“ Drei Bücher schreibt er zurzeit, „parallel“, wie er sagt, mit Geschichten, die auf seinen alltäglichen Beobachtungen und seiner Phantasie beruhen. Eine Rockband hat er auch mitgegründet. Die Playlist steht, nur mit dem Namen hapert es noch: „Erdgeschoss“ heißt sie noch, „aber wir suchen nach einem besseren Namen.“

(hbm)
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