1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Rheinische Landestheater zeigt "Der Trafikant"

Premiere in Neuss : Rheinische Landestheater zeigt „Der Trafikant“

Nach einer coronabedingten Verschiebung hat das Stück nun am Freitag Premiere. Verantwortlich für Kostüme, Bühnenbild, Fassung und Inszenierung ist der Regisseur Maik Priebe.

Maik Priebe ist für alles verantwortlich. Für die Fassung, für das Bühnenbild, für die Kostüme, für die Inszenierung sowieso. Dramaturg Olivier Garofalo hat den Regisseur in Kassel erlebt und freut sich nun darauf, dass dieser die Inszenierung des „Trafikanten“ am Rheinischen Landestheater (RLT) übernommen hat. Coronabedingt musste die Premiere verschoben werden, nun wird das Stück am Freitag, 22. April, 20 Uhr, gezeigt.

Es ist die Geschichte des Franz Huchel im Wien der zweiten Häfte der 1930er Jahre. Wie in dem Roman von Robert Seethaler, wobei gleich zu Beginn des etwa 90-minütigen Theaterabends erklärt wird – das beteuern jedenfalls Franz-Darsteller Philippe Ledun und seine Kollegin Nelly Politt (spielt mehrere Rollen, unter anderem Anezka) –, was „Trafikant“ bedeutet. Der Begriff meint Otto Trsnjek, Leiter einer Verkaufsstelle unter anderem für Tabakwaren und Fahrscheine. „Analog zu den Büdchen oder Trinkhalle“; sagen Politt und Garofalo übereinstimmend. Franz beginnt dort als 17-Jähriger eine Lehre, lernt unter anderem den schon älteren Siegmund Freud kennen. In Priebes Inszenierung wird dieser von einer Frau gespielt, von Hergard Engert, in Österreicherin ebenso aufgewachsen wie Philippe Ledun – was aber nicht der Grund war, dass die beiden mit den Rollen bedacht wurden. Aber ein bisschen „Wiener Schmäh“ liegt schon in den Dialogen, sagt Ledun lächelnd.

  • Die Nachwuchssänger Valentin Ruckebier (v. l.),
    Erste Premiere nach Corona-Zwangspause : Wieder Bühne frei für Düsseldorfer Musikstudenten
  • Die Premiere des Stücks "Bulli. Ein
    Kommödchen in Düsseldorf : Lebensbeichten vor dem alten Bulli
  • So sollen die Stücke bald aussehen:
    Kräuterpädagogin aus Neuss : Frische Kräuter zum Einseifen

Von der Besetzung der Freud-Rolle mit einer Frau zeigt sich Garofalo überzeugt: „Sonst kann ihn vermutlich nur Bruno Ganz spielen“, sagt er und lacht, nimmt dabei Bezug auf die Verfilmung des Romans von 2018.

 Für Politt ist die Inszenierung ein „Ensemblestück“. Denn die fünf Schauspieler Engert, Ledun, Politt, Peter Waros und Stefan Schleue sind die ganze Zeit auf der Bühne, spielen komplett in Schwarz, mit wenig Requisiten, sind zuständig für die „Loop-Stations“ am Rand der Bühne, um Geräusche zu erzeugen und später auch Wiederholungen deutlich zu machen. „Ohne die Energie, die von den Seiten kommt, bist du allein in der Mitte“, sagt Ledun und ergänzt: „Aber allein reißt du das Stück nicht.“

 Die Inszenierung von „Der Trafikant“ wird im Bereich Gegenwartsdramatik auch vom Kultursekretariat gefördert.