Neuss: Räuber und Co. rocken bei „Kamelle us Kölle“ im Crowne Plaza

Karneval in Neuss : Räuber und Co. rocken bei „Kamelle us Kölle“ im Crowne Plaza

Rund 1350 kostümierten Besuchern wurde unter dem Motto „66 Jahre Blaue Funken“ ein fünfstündiges und trotzdem kurzweiliges Programm geboten.

Sechs mal elf Jahre Blaue Funken, zwei mal elf Jahre Novesiagarde und elf Jahre Top-Stars aus Köln: Andreas Radowski, Sitzungspräsident der Blauen Funken, wies im Jupitersaal des Crowne Plaza auf drei närrische Jubiläen hin. Rund 700 bunt kostümierten Besuchern wurde unter dem Motto „66 Jahre Blaue Funken – und kein bisschen leise!“ ein fünfstündiges Programm geboten. Natürlich wurden auch jede Menge Ehrenketten-Träger begrüßt und selbstverständlich hatte auch das Prinzenpaar der Stadt Neuss, Bernd I. und Conny I., einen Auftritt.

Aber schon sehr bald wurde die Bühne von den jecken Größen aus Köln beherrscht. Das Publikum war zurecht begeistert: Jeder Programmpunkt war zumindest gut, wenn nicht gar hervorragend. Regelmäßige Besucher von „Kamelle us Kölle“ sahen alte Bekannte wieder wie zum Beispiel Guido Cantz: Er bot zu vorgerückter Stunde die wohl beste Leistung, ohne jedoch die anderen Akteure zu deklassieren. Musik und Büttenreden ohne Bütt gab es im Wechsel. Cantz hatte sich unter anderem des Themas „Political Correctness“ gewidmet. Sein Beitrag zum Umweltschutz: „Ich habe meine Diesel-Jeans aussortiert.“ Was ihm auffiel: „Wer heutzutage fünf Kölsch an einem Abend trinkt, dem sagt man ein Alkoholproblem nach – früher war er der Fahrer.“

Die Brass- und Performanceband „Druckluft“ machte ihrem Namen alle Ehren, es waren aber nicht nur Blasinstrumente, mit denen die Musiker dem Publikum einheizten. Mark Metzger zeigte sich erstaunt wegen der Größe des Jupiter-Saals: „So viel laufe ich sonst die ganze Woche nicht“, sagte er, endlich auf der Bühne angekommen. Wie bei fast allen Programmpunkten bezog Metzger sein Publikum immer wieder ein. Über seine Ehe verriet er: „Ich rauche, sie hustet – wir ergänzen uns perfekt.“

Bürgermeister Reiner Breuer musste beim Auftritt von Martin Schopps ganz tapfer sein: „Wodurch unterscheidet sich ein Eierlikör von der SPD?“, fragte Schopps junior und gab auch schon die Antwort: „Der Eierlikör hat mehr Prozente – und er hat Eier.“ Was unterscheidet einen jugendlichen von einem alten Partybesucher? „Der junge schleicht sich auf eine Party, der alte schleicht sich unmerklich davon.“ Zwei Stunden später trat sein Vater Fritz Schopps auf. Er begeisterte mit Politischem in Reimform, auch bei ihm war die Political Correctness vor dem Hintergrund der Klimadebatte ein Thema – da wurde aus „Rotkäppchen und der böse Wolf“ „Rotkäppchen und der böse Volvo“. Wer gerne kölsche Töne hört, war im Jupiter-Saal genau richtig. „Polka, Polka, Polka“, ertönte es, als die Jungs von Brings auf der Bühne standen. Sie sangen selbst bei „Ich bin ’ne Kölsche Jung“ mit. Ebenso gut kamen die „Räuber“ an, und zwar nicht nur mit Klassikern wie „Colonia“ und „Wenn et Trömmelche jeiht“, sondern auch bei den ruhigeren Stücken.

In einer vorigen Version sprachen wir von 700 Besuchern, die Angabe haben wir korrigieret.