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Neuss: Propeller frei - ein Projekt von Konstantin Wienstroer und Jürgen Hille

Jazzbassist und Videokünstler aus Neuss : Propeller frei – eine Klangreise mit Musik, Tanz und Filmkunst

Der international bekannte Neusser Jazzbassist und Komponist Konstantin Wienstroer hat zusammen mit dem Neusser Videokünstler Jürgen Hille eine Klangreise geschaffen, die Musik, Tanz und Filmkunst zu einem kongenial multimedialen Projekt vereinigt. Eine Premiere gibt es im Hitch-Kino.

Grundlage des Projekts ist eine Komposition von Konstantin Wienstroer, die in fünf Teilen mit orientalischer Ornamentik auch seine Beschäftigung mit Weltmusik verrät. Höhepunkt ist der mittlere dritte Teil, der in „trap dogs“ (etwa „Streuner“) sehr bluesig abgefasst ist. Ein besonderer Klangeffekt entsteht auch dadurch, dass der Kontrabassist (nicht nur) in diesem Teil die barocke Viola da Gamba spielt. Hochkarätige Musiker begleiten ihn: Murat Cakmaz spielt die Ney, eine arabische Rohrflöte, Jörg Siebenhaar Akkordeon, Jürgen Dahmen Klavier und Dirk Leibenguth Schlagzeug. „Propeller frei!“ heißt die gut 20-minütige Komposition. Der Titel spiegelt Kindheitserinnerungen wider. Der junge Konstantin musste seinem Vater, einem leidenschaftlichen Flieger und Flugzeugbauer, bei der Checkliste helfen. „Propeller frei?“ war eine der zentralen Fragen. Die Antwort „Propeller frei!“ sagt Konstantin Wienstroer auch heute noch still vor sich hin, wenn er die internationalen Podien betritt.

Im Fokus des Porträts stehen die Tänzer Jean Laurent Sasportes und Bénédicte Billet. Er war fast 20 Jahre Solotänzer beim Tanztheater Wuppertal unter Pina Bausch und arbeitet heute als Choreograph für modernen Tanz. Sie, Schauspielerin und Tänzerin, ist berühmt geworden durch eine Hauptrolle in dem von Pina Bausch 1990 gedrehten Film „Die Klage der Kaiserin“. 2011 spielte sie in „Pina“, einem Dokumentarfilm von Wim Wenders, eine Kultfigur der Tanzszene. Beide tanzen in einer Improvisation zu Konstantin Wienstroers Musik, bedeuten eine Liebesbeziehung, in verschiedenen Kostümen, aber immer barfuß, und in einem weiß gestrichenen Raum. Auch der Boden ist unbefleckt weiß. Der Videokünstler Jürgen Hille, der das interdisziplinäre Experiment zu einem überzeugenden Stimmungsbild zusammenfasst, möchte seine Bilder „aus dem farbigen Realismus holen und strebt eine Abstraktion an“. Er beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Videokunst und bevorzugt in seinen Dokumentarfilmen, die immer auch Klangbilder sind, schwarz-weiß-Farben.

Info Premiere am Sonntag, 26. September, 11 und 15 Uhr im Hitch-Kino, Oberstraße 95.