Kritische Diskussion in Neuss Projekt „StreitBar“ bringt Kirche an sechs ungewöhnliche Orte

Norf · Die Christuskirchengemeinde machte mit „Tacheles“ den Anfang, jetzt etabliert auch die Kirche im Neusser Süden ein – dort ökumenisch angelegtes – Format: Die „StreitBar“. Und wie der Name schon sagt, soll es um eine kritische Diskussion gehen, gerne auch bei einem Glas Wein. Und all das an ungewöhnlichen Orten.

Pfarrerin Anna Berkhholz und Diakon Matthias Godde planen ein Format, in dem es auch kontrovers zugehen soll – auch im Rathaus Norf.

Pfarrerin Anna Berkhholz und Diakon Matthias Godde planen ein Format, in dem es auch kontrovers zugehen soll – auch im Rathaus Norf.

Foto: Andreas Woitschützke

Wir sind streitbar! Das sagen Anna Berkholz und Matthias Godde und starten  mit der „StreitBar“ – einem kontroversen Format an sechs erstaunlichen Orten. „Wir wollen zu den Menschen gehen und dahin, wo man was von den Themen versteht,“ erklärt Pfarrerin Berkholz von der evangelischen Kirchengemeinde Am Norfbach die Intention. Ein Experte verstärkt jeweils die Runde, ein Glas Wein oder Wasser wird angeboten, denn „über den Glasrand streitet es sich nochmal so gut“.

Zur Auftaktveranstaltung am Dienstag, 31. Januar, ist Hausherr Benjamin Küsters im gleichnamigen Gartenhof in Schlicherum dabei, wenn Diakon Godde und Berkholz mit Interessierten ins Gespräch kommen wollen zum Thema „Soll doch Gott die Welt retten. Klimaschutz: Eine unlösbare Aufgabe?“

„Zuhören, sich positionieren, streiten und reden – wo geht das denn heute noch?“, fragt Diakon Matthias Godde von der Katholischen Kirche  und freut sich auf „sehr ehrliche Fragen und Antworten und viele Meinungen“.

Mit einem Streitgespräch soll jeweils ins Thema eingeführt werden. Dabei wird bewusst provoziert und überfordert. Eine „Stimme im Konzert der Stimmen“ ist jeweils eine Bibelstelle, aber die beiden Geistlichen betonen, dass sie zwar „aus der Kirche kommen, aber nicht nur für die Kirche unterwegs sind“. Und so richtet sich die „StreitBar“ bewusst an Menschen in jeder Altersstufe, jeder Glaubensrichtung – und  solche ohne Bindung an eine Kirche.

Zum Abschluss der monatlich stattfindenden Reihe – dann in einer Pizzeria in Rosellerheide – kommt Umut Ali Öksüz dazu, wenn es um das Thema „Geht’s noch? Religionen zwischen Fanatismus und Vernunft“ geht. „Ich mache seit über 15 Jahren Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche und hoffe, dass wir mit diesem Format auch weitere Zielgruppen erreichen,“ so der Vorsitzender des Vereins „Interkulturelle  Projekthelden“.

Die weiteren Termine sind immer dienstags um 19 Uhr wie folgt:

28. Februar „Wie weit würdest Du gehen? -  Elternbild und Leistungsdruck.“ Gast: Kita-Leiterin Nadine Baude. Ort:  Kindertagesstätte St. Konrad, Gnadental

28. März „Heiligt der Zweck die Mittel? Gewalt und Manipulation.“ Gast: Rechtsanwalt Cornel Hüsch. Ort: Altes Rathaus Norf

25. April „Gleicher Lohn für alle?! Belohnen wir Untätigkeit?“. Gast: Isa van Corven. Ort: Johannes-von-Gott-Haus, Meertal.

30. Mai „Systemrelevant? Geld und Macht.“ Gast: Bankkaufmann Jan Benthien. Ort: Sparkasse Norf.

13. Juni Geht’s noch? Religionen zwischen Fanatismus und Vernunft.“  Gast: Umut Ali Öksüz, Interkulturelle Projekthelden. Ort: Pizzeria Pitter und Paul, Rosellerheide.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort