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Neuss: Präsentation des neuen Spielplan 2020 2021 des Rheinischen Landestheaters

Wie schmeckt Gold? : So wird die neue Spielzeit im Rheinischen Landestheater Neuss

Das Rheinische Landestheater hat seinen Spielplan als Improvisationstheater auf die Bühne gebracht. Die Szenen geben einen Einblick in ein vielfältiges Programm, mit dem das Haus im September startet.

Der Journalist Alfred hüpft auf einem Trampolin. Und während er so auf und ab wippt, redet er auf seinen alten Studienfreund ein. Bald beginnen beide zu streiten, über die zerrissene Gesellschaft, die zunehmende Radikalisierung und die verlorene Menschlichkeit. Es ist eine improvisierte Szene aus dem Stück „Vor Sonnenaufgang“ nach Gerhart Hauptmann, das ab Januar im Rheinischen Landestheater zu sehen ist.

Zwar beginnt die neue Theatersaison erst im September mit der Premiere von „The Black Rider“. Aber schon jetzt hat das Rheinische Landestheater einen Vorgeschmack auf den neuen Spielplan gegeben: Der steht unter dem Motto „Wie schmeckt Gold?“ und enthält zwölf Premieren, die sich rund um die Themen Glück, Reichtum und soziale Ungerechtigkeit drehen.

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Szenen daraus brachten nun die Schauspieler  Anna Lisa Grebe, Niklas Maienschein, Juliane Pempelfort, Nelly Politt und Benjamin Schardt als Improvisationstheater auf die Bühne: Ein Glücksrad bestimmte, wer  welche Rolle übernimmt. Danach hatten sie wenige Minuten Zeit, um sich für passende Requisiten und Kostüme zu entscheiden.  Und so kam es immer wieder zu ungewöhnlichen Zusammenstellungen – etwa, dass der Journalist Alfred auf einem Trampolin springt oder der Tempelritter aus „Nathan@Whiteboxx“ im rosa Häschenkostüm erscheint.

Für das Publikum war das eine unterhaltende Präsentation: Viel gelacht wurde nicht nur über die improvisierten Darbietungen, sondern auch, weil die Darsteller immer wieder Bezug auf die aktuelle Corona-Situation nahmen. Da wäre etwa eine Szene aus „Das Ballhaus“, das im März 2021 seine Premiere hat. Drei junge Frauen (gespielt von Anna Lisa Grebe, Juliane Pempelfort und Nelly Politt) haben sich herausgeputzt: Sie sind zum ersten Mal abends aus und sehen sich erwartungsvoll in dem Ballsaal um. In seiner eigentlichen Version kommt das Stück völlig ohne Worte aus. In der Improvisation ließ es sich der Barkeeper (Niklas Maienschein) aber nicht nehmen, seine Gäste wegen den bestehenden Schutzmaßnahmen nach ihren Kontaktdaten zu fragen.

Auch, dass die Schauspieler  auf der Bühne Abstand halten müssen, wurde zum Thema. Immer wieder erinnerten sie sich daran, Distanz zu halten. Und als zwischen Anton und Gottfried aus dem Stück „Pünktchen und Anton“ (Premiere im Oktober)  eine Rauferei beginnt, blieb Benjamin Schardt und Niklas Maienschein nichts anderes übrig, als in die Luft zu boxen und berührungslos zu Boden zu fallen.

Was sich nach der Präsentation erahnen lässt: Die neue Spielzeit wird vielseitig. Neben Klassikern von Shakespeare (Der Widerspenstigen Zähmung) , Lessing (Nathan) oder „Der Geizige“ von Molière sind da auch Titel wie „Glaube Liebe Hoffnung“ zu finden, in dem eine Frau noch vor ihrem Tod ihren Körper an ein anatomisches Institut verkaufen möchte. Dagegen unternimmt „Ewig Jung“ eine musikalische Reise in das Seniorenheim des RLT. Für Kinder wird neben Pünktchen und Anton auch „eine Weihnachtsgeschichte“  und „Der Fischer und seine Frau“ gezeigt.

Mit dem Jugendstück „Cash“ gibt es auch eine deutsche Erstaufführung in dem Programm: Sinan plant, eine Bank zu überfallen. Weiß er nun, wie Gold schmeckt?

Das RLT präsentiert auch digital seinen Spielplan. Das Video dazu gibt es hier.

Ein Interview mit Intendantin Caroline Stolz lesen Sie hier.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist der Spielplan 2020/2021 im Rheinischen Landestheater Neuss