Pilotprojekt in Neuss Pop-up Ausstellung auf dem Kirkeby-Feld

Neuss · Was passiert, wenn ehemalige Schüler der Kunstakademie nach Jahren wieder aufeinandertreffen? Eine neue Ausstellungsreihe möchte das nun herausfinden. Alles über das Pilotprojekt auf dem Kirkeby-Feld.

In zwei der drei begehbaren Kapellen von Per Kirkeby werden aktuelle Werke ausgestellt.

In zwei der drei begehbaren Kapellen von Per Kirkeby werden aktuelle Werke ausgestellt.

Foto: Per Kirkeby, VG Bild-Kunst Bonn, 2023 / Foto: Stefano Graziani

Einst kreuzten sich ihre Wege an der Düsseldorfer Kunstakademie, nun treffen die ehemaligen Akademieschüler wieder aufeinander. Es ist jedoch kein gewöhnliches Klassentreffen, was die insgesamt elf Künstlerinnen und Künstler veranstalten wollen. Vielmehr laden sie unter dem Titel „Klassengesellschaft“ zu einer dreitägigen Pop-up-Ausstellung auf das Kirkeby-Feld im Kulturraum Hombroich ein.

Dazu nutzen sie zwei der drei Kapellen aus rotem Ziegel, die der dänische Architekt und Bildhauer Per Kirkeby für den Kulturraum Hombroich entworfen hat und die 2002 auf dem Kirkeby-Feld – auf halber Strecke zwischen der Museumsinsel und der Raketenstation eröffnet wurden. Mit dabei haben die Kunstschaffenden ihre neue Arbeiten, die sie dort präsentieren werden. Besucher können so nicht nur verfolgen, wie sich die Kunstschaffenden verändert haben, sondern bemerken auch, dass alle ganz unterschiedliche künstlerische Entwicklungen verfolgen. All das im Zusammenspiel mit der einzigartigen Anlage der architektonischen Skulpturen von Per Kirkeby.

Die Ausstellung werden die Kunstschaffenden gemeinsam, das heißt in einem kollektiven Prozess ohne kuratorische Vorgabe einrichten. Auf die Idee zu diesem Zusammentreffen sowie für die weitere Koordination waren die beiden Künstler Michael Growe und Paul Schwer zuständig. Growe ist Maler, Bildhauer und Objektkünstler, er studierte von 1983 bis 1989 an der Kunstakademie Düsseldorf und lernte unter anderem bei Gotthard Graubner, Erwin Heerich sowie seinem Bruder, dem Kunsthistoriker Bernd Growe. Michael Growe lebt in Köln und hat seit 1996 sein Atelier auf der Raketenstation. Beinahe im gleichen Zeitraum, genauer gesagt von 1981 bis 1988, studierte der Installationskünstler Paul Schwer an der Kunstakademie und war Meisterschüler von Erwin Heerich. Mittlerweile ist er selbst als Gastdozent in Münster tätig, lebt in Münster und ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

Die Ausstellung kann vom Freitag, 1. September bis Sonntag, 3. September, also zeitgleich zur Ausstellungseröffnung in der nahegelegenen Langen Foundation sowie in der Skulpturenhalle von Thomas Schütte, besucht werden.

Fast alle der Ausstellenden – Andres Bally, Werner Haypeter, Ulrike Kessl, Gisela Kleinlein, Norbert Kraus, Elisabeth Mühlen, Naotaka Naganuma, Hideyo Okuya, Paul Schwer, Luise Unger und Michael Vogt – sind während dieser Zeit vor Ort anwesend.

Geplant ist, „Klassengesellschaften“ in den kommenden Jahren fortzusetzen. Damit soll das Kirkeby-Feld zu einem Ort intensiver Begegnungen und zeitlich begrenzter Formate werden.

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