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Neuss: Polizei rückt nicht zum Friedhof aus - zu viel zu tun

Parallel-Einsätze in Neuss : Zu viel zu tun: Polizei rückt nicht zum Friedhof aus

Nach dem NGZ-Artikel über einen versuchten und einen vollendeten Bronze-Diebstahl auf dem Neusser Hauptfriedhof hat ein Leser unserer Redaktion jetzt von einem Telefonat mit der Polizei berichtet. Sein Vorwurf: „Die Polizei hat auf meinen Notruf nicht reagiert.“

(jasi) Am 10. November sei er um kurz vor 17 Uhr als Besucher auf dem Friedhof unterwegs gewesen. Plötzlich habe er mehrere verdächtige Personen beobachtet, die zwischen den Gräbern umher schlichen und „sich jedes Grab ganz genau angeschaut haben“, wie er sagt. Als die Männer ihn sahen, habe einer von ihnen begonnen zu telefonieren. Einen osteuropäischen Akzent habe er heraushören können. Um der Polizei seine Beobachtung zu melden, wählte er den Notruf. Doch in der Leitstelle habe man ihm mitgeteilt: „Wir können nichts machen.“ Für den Neusser ein Unding: „Das kann doch nicht sein.“

Polizeisprecherin Diane Drawe bestätigt auf Nachfrage unserer Redaktion den Vorfall. Es sei allerdings kein böser Wille der Polizei gewesen, nicht zum Hauptfriedhof gefahren zu sein. „Normalerweise wären wir in dem Fall ausgerückt“, so Drawe. Allerdings habe es an jenem Sonntag zum Zeitpunkt des Notrufs mehrere Parallel-Einsätze gegeben – unter anderem eine Festnahme im Marienviertel und einen schweren Verkehrsunfall nahe der Eissporthalle. Diese hätten in dem Moment eine erhöhte Priorität gehabt als die gemeldeten verdächtigen Personen auf dem Hauptfriedhof. Allerdings: Die Polizei rät trotz dieses Einzelfalls dazu, bei solchen Beobachtungen die Polizei zu rufen.

Erst Anfang Dezember waren erneut Diebstähle auf dem Neusser Hauptfriedhof bekannt geworden. In einem Fall wurde eine 1,60 Meter hohe Marienfigur aus Bronze fachmännisch abmontiert und zum Abtransport abgelegt. Die Figur wurde allerdings rechtzeitig von einer Steinmetzin sichergestellt.