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Neuss: "Neuss-Points" wirbt um neue Mitglieder

Neuss : "Neuss-Points" wirbt um neue Mitglieder

Vor neun Jahren schlossen sich zehn Neusser Fachgeschäfte zu einer Gemeinschaft zusammen, die jetzt die Pflege der Kundendaten in eigene Verantwortung übernimmt. Schneller will die Gemeinschaft dadurch werden – und größer.

Vor neun Jahren schlossen sich zehn Neusser Fachgeschäfte zu einer Gemeinschaft zusammen, die jetzt die Pflege der Kundendaten in eigene Verantwortung übernimmt. Schneller will die Gemeinschaft dadurch werden — und größer.

28 000 Kunden der "Neuss Points" haben in diesen Tagen Post bekommen. Darin werden sie aufgefordert, sich um eine neue Kundenkarte zu bemühen. Denn der Zusammenschluss von derzeit zehn Neusser Fachgeschäften nimmt die Betreuung seiner Stammkunden künftig in die eigenen Hände. Und er eröffnet sich so die Gelegenheit, leichter weitere Partnerbetriebe aufzunehmen.

Im Oktober 2004 wurden die "Neuss Points" gegründet. Sie verstanden sich nicht als Konkurrenz zur damals schon etablierten Werbe- und Veranstaltergemeinschaft "City-Treff", sondern wollten in der Einkaufsstadt Neuss eigene Akzente setzen. "Neuss Points" sollte für den (inhabergeführten) Fachhandel stehen, der die Stadt unverwechselbarer macht. Sie sollte mit den "points" punkten. Ein eigenes Signet machte die "Neuss Points" zur Dachmarke — und ein eigenes Kundenkartensystem wurde eingeführt.

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Kundenkarten für Rabattsysteme gibt es von vielen Anbietern. Oft werden diese allerdings nur in dem jeweils abgebenden Unternehmen akzeptiert. Anders die "Neuss Points". Ihre Karte wird in allen Mitgliedsbetrieben akzeptiert, und in allen Geschäften können auch so angesparte Guthaben eingelöst werden.

Die Betreuung der Kundendaten erledigte bislang ein Dienstleister aus Nürnberg. Diese Ferne schuf auch Probleme, erklärt Jochen Niehoff vom Modehaus Heinemann, einer der Geschäftsführer der neu gegründeten "Neuss-Points" GbR: "Die Ausstellung einer Karte dauerte bis zu vier Wochen." Nun werden diese in seinem Haus am Büchel hergestellt — innerhalb von Tagen.

Die Zusammenarbeit mit dem fränkischen Dienstleister wurde zum Jahresende gekündigt, seitdem ist das neue System im Aufbau. Ein Problem: Die alten Karten können in Zukunft nicht mehr gelesen werden. Deshalb müssen die Kunden ihre Guthaben bis Ende März auf die neuen Karten umbuchen lassen. Eine eigens dazu eingerichtete Anlaufstelle im Modehaus Heinemann wurde allerdings nach einigen Tagen wieder abgebaut. "Unter der Woche hatten die nichts zu tun, weil alle mit der neuen Karte am Samstag kommen", erklärt Niehoff. Nun erfolgt die Umbuchung beim ihm und den anderen "Points"-Partnern an der Kasse.

Wer seine Karte in den vergangenen 15 Monaten wenigstens ein Mal genutzt hat, bekommt die neue Karte nach Hause geschickt. Alle anderen wurden angeschrieben und aufgefordert, eine neue Karte zu beantragen. "So bereinigen wir auch unsere Kundendatenbanken", erklärt Niehoff den Hintergrund. Denn für jedes Rundschreiben muss der Händlerkreis rund 25 000 Euro aufwenden. Aber auch so wird die Umstellung teuer. "Der Basissatz pro Kunde für Karte und Anschreiben liegt bei 6,50 Euro", sagt Niehoff.

Mit der Übernahme der Gesamtorganisation in die eigene Verantwortung soll der Kreis der Händler erweitert werden können. Noch aber liegt keine Bewerbung vor.

(NGZ/rl)