Neuss: Pinkwart sieht Digitalisierung als Chance

Kongress „e-nrw“ in Neuss: Die Digitalisierung als Zukunftschance sehen

Andreas Pinkwart, Minister für Innovation und Digitalisierung, war der Eröffnungsredner des Kongresses „e-nrw“ in Neuss.

Neben Globalisierung und ökologischer Wende ist für ihn die Digitalisierung das Mega-Thema in NRW: Deshalb warb Andreas Pinkwart, Minister für Innovation und Digitalisierung, als Eröffnungsredner des Kongresses „e-nrw“ vor rund 600 Vertretern der öffentlichen Verwaltung für die Digitalstrategie des Landes. NRW brauche eine öffentliche Verwaltung, die bei dem tiefgreifenden Wandel Schritt hält, sagte der Minister. Nachdrücklich appellierte er an die Zuhörer in der voll besetzten Stadthalle in Neuss: „Wir sollten Digitalisierung als Chance sehen. Verwaltung und Leidenschaft sind keine Gegensätze.“

Detailliert erklärte Pinkwart die Digitalstrategie der Landesregierung, die als Entwurf seit einiger Zeit im Netz steht und mit dem Aufruf zur Online-Beteiligung verbunden war. Als der Minister fragte, wer den Entwurf gelesen habe, hob nur eine übersichtliche Anzahl die Hand. Unbeirrt erklärte er weiter, dass der Entwurf nach Eingang der Vorschläge derzeit überarbeitet werde. Anfang 2019 sei der Finanzierungsprozess geplant, Ende des ersten Quartals soll die Digitalstrategie ins Kabinett eingebracht werden.

Diese stelle den Menschen in den Mittelpunkt, so Pinkwart, der vier Dimensionen benannte, um die Herausforderungen der digitalen Transformation zu verdeutlichen. Ethisch-rechtliche Fragestellungen seien beispielsweise: „Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie können wir die Digitalisierung im Sinne unserer Demokratie und weiterer gesellschaftlicher Errungenschaften organisieren?“

In Bezug auf die sozio-kulturelle Dimension mahnte er den Wandel von Verhaltensmustern an. „Sind nicht andere Kriterien mittlerweile wichtiger als das Einzelbüro mit möglichst vielen Fenstern?“, fragte er eher rhetorisch, um dann Möglichkeiten wie Arbeitszeitmodelle oder das Home-Office aufzuzeigen. Angebote, die zumindest in der Landesverwaltung bislang eher restriktiv gehandhabt würden. Dabei sei aber zu beachten, dass das Verhältnis von Arbeit und Freizeit nicht verschmelze.

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Wohlstand und Beschäftigung zu sichern – das sei die wirtschaftliche Dimension der Digitalisierung. „Wir hatten noch nie so viel Beschäftigung wie heute, warum sollte das künftig anders aussehen“, sagte Pinkwart. Es gebe zwar düstere Szenarien, die die menschliche Arbeit durch Computer und Roboter ersetzt sehen, doch der Minister ist überzeugt: „Wenn wir die Digitalisierung verschlafen, werden Arbeitsplätze eher wegfallen. Wir müssen die Menschen mitnehmen und weiter qualifizieren.“

Als vierte Dimension benannte er die wissenschaftlich-technische und widersprach der These, dass Deutschland bei der Digitalisierung in Forschung und Entwicklung global abgehängt sei. Es sei zwar richtig, dass die Taktgeber im Silicon Valley und inzwischen auch in China säßen, doch „wir sollten unsere vorhandenen Stärken nutzen.“ Beispielhaft nannte er die Forschungszentren für Künstliche Intelligenz in NRW, die das Land finanziell weiter fördern werde. „Wir müssen kreativer und agiler sein als die anderen.“

Den Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur mit Netzen für Breitband und Mobilfunk werde die Landesregierung massiv vorantreiben. Die Kongress-Teilnehmer rief er zum Querdenken auf. Die Verwaltung könne Impulse von innovativen Unternehmen einholen: „Gehen Sie auf die Start-ups zu. Dax-Unternehmen und Mittelständler machen das längst.“

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