Neuss: Pianistin Catherine Gordeladze begeistert Schloss Dyck

Virtuoses Klavierkonzert in Neuss : Catherine Gordeladze begeistert Schloss Dyck

Die deutsch-georgische Pianistin spielte „Tanzfantasien“ aus ihrem jüngsten Album. Ihr virtuoser Auftritt sorgte für großen Beifall.

Die Dycker Schlosskonzerte sind in dieser Saison auf 17 Uhr vorverlegt. Das kommt beim Publikum sehr gut an, so auch bei einer 30-köpfigen Besuchergruppe des Kulturrings der Stadt Haan, die nach Schloss- und Parkbesichtigung den Tag mit dem Besuch des Konzertes im Festsaal des Hochschlosses beendeten. Beinahe schon traditionell gibt es am 1. Mai ein Klavier-Recital, für das die deutsch-georgische Pianistin Catherine Gordeladze (47) gewonnen werden konnte.

Die Frankfurterin, die auch einen Lehrauftrag an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst innehat, bevorzugt für ihre Solokonzerte gerne Burgen und Schlösser oder auch den Marmorsaal im Staatsbad. Im übrigen engagiert sie sich intensiv im Frankfurter Projekt „Rhapsody in School“, um bei jungen Menschen Interesse für die klassische Musik zu wecken, und wurde für dieses Engagement im vergangenen Jahr von ihrer Heimatstadt ausgezeichnet.

Auf Schloss Dyck spielte sie „Tanzfantasien“, so auch der Titel ihres jüngsten Albums. Sie fasst darin gerne Reihen von kleineren Einzelstücken en bloc zusammen, so auch auf Schloss Dyck, wo sie mit barocken Tänzen eines Jean-Philippe Rameau begann, um schnell zu den drei „Fantaisies ou Caprices“ zu kommen, in denen Felix Mendelssohn Bartholdy 1829 noch einmal die poetische Stimmung seiner drei Jahre zuvor geschriebenen Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ aufgreift.

Vor allem das schnelle „Scherzo“ machte die Pianistin zu einem Kabinettstückchen sondergleichen, spielte makellos die jagenden Sechzehntelpassagen, griff herzhaft in den Bass des Bösendorfer Flügels und schaffte es bei vitalem Temperament traumhafte Stimmung zu verbreiten. Nach Carl Czernys „Variationen über einen populären Wiener Sehnsuchtswalzer von Franz Schubert“ durfte man sich über drei „Grand Valse brillante“ von Frédéric Chopin freuen, die bei allem tänzerischen Elan besonders die pianistische Brillanz fordern. Das galt auch für die achte „Ungarische Rhapsodie“ in fis-Moll von Franz Liszt, die vom träumerischen Zigeuner-Stil bis zum feurigen Czárdás eine bravourös spielende Catherine Gordeladze präsentierte. Für den jubelnden Beifall bedankte sich die Pianistin mit der ebenfalls extrem virtuosen „Caprice Espagnol“ von Nikolai Kapustin.

(Nima)
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