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Neuss: Pfarrer Hans-Günther Korr vor 30 Jahren zum Priester geweiht

Hans-Günther Korr in Neuss : Ein Pfarrer, der nicht nur gern Messen feiert

Pfarrer Hans-Günther Korr ist am 21. Januar 60 Jahre alt geworden, vor 30 Jahren wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht und seit zehn Jahren ist er beruflich „henger de Bahn“ zu Hause.

Nächste Woche geht es für Hans-Günther Korr erst einmal aufs Schiff in die Karibik und dann nach Kuba. 14 Tage gönnt sich der Leitende Pfarrer des Seelsorgebereich Neuss-Nord und stellvertretende Kreisdechant eine Auszeit. Und wenn er wieder kommt, stehen schon die Proben an – die für zwei Karnevalssitzungen. Denn, und das hat Tradition, gemeinsam mit seinem Team (fünf Priester, zwei Diakone und eine Pastoralreferentin) geht es auf die karnevalistische Bühne bei den Sitzungen der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) der Gemeinden St. Josef und St. Thomas Morus. „Vergangenes Jahr war Luther-Jahr, da sind wir als Reformatoren aufgetreten“, sagt Korr. Als was sie dieses Jahr unterwegs sind, verrät er nicht.

Karneval, das kannte der 60-Jährige schon gut aus seiner Heimat, dem Bergischen Land. In Neuss ist Korr auch Mitglied der Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß-Gelb, als Senator steht er in Uniform beim Kappessonntagszug auf dem Wagen und wirft Kamelle. Mit dem Schützenwesen dagegen musste er sich auseinandersetzen. Kein Problem. Er ist Präses der St.-Sebastianus-Bruderschaft Neuss-Furth. Erst im vergangenen Herbst war er mit den Schützen auf Wallfahrt in Rom. „Wer Pastor auf der Furth ist und nichts mit den Schützen zu tun haben möchte, der ist hier falsch“, sagt Korr.

Priester werden, das war zunächst nicht sein Plan, als er nach dem Abitur in Bonn anfing, Theologie und Politische Wissenschaften zu studieren. „Ich wollte Lehrer oder Pastoralreferent werden“, erzählt er. Erst im 9. Semester sei für ihn klar gewesen, dass das Priesteramt für ihn die richtige Wahl sei. 1987 wurde Hans-Günther Korr zum Diakon geweiht, am 24. Juni 1988 im Kölner Dom zum Priester vom Kölner Weihbischof Hubert Luthe. Denn die Stelle des Erzbischofs war gerade „vakant“. Joseph Kardinal Höffner war im Oktober 1987 gestorben, sein Nachfolger Joachim Kardinal Meisner noch nicht im Amt. „Wir waren damals 17 junge Männer, die geweiht wurden“, sagt Korr. Eine Traumzahl, denn heute sind es in der Regel nicht mehr als zwei oder drei. Warum das so ist? „Vielleicht haben viele Angst vor den großen Seelsorge-Einheiten und wollen sich nicht zum Priester weihen lassen, um dann Verwaltungsmann zu werden“, vermutet Korr. Das aber sei nicht mehr so, denn „Gott sei Dank“ habe das Bistum Geld in die Hand genommen und sogenannte Verwaltungsleiter eingestellt, die sich um Personal und die Finanzen kümmern, erklärt der Pfarrer. Bis 2020 soll jeder Seelsorgebereich versorgt sein. Für den Pfarrer bleibt damit wieder mehr Zeit für den Kontakt mit den Gemeindemitgliedern. Fünf oder sechs Jahre sieht Korr sich noch in der Leitungsfunktion, dann möchte er sich zurückziehen und wieder zurück in die Heimat, ins Bergische Land. Dort leben Familie und Freunde. Zu seinem 60. Geburtstag, den er mit 250 Gästen feierte und wo ihm der Silberne Verdienstorden der Malteser, mit denen er eng verbunden ist, überreicht wurde, sammelte er Geld für zwei Projekte: So sollen bald der Engel der Kirche Christ-König sowie der Turm der Kirche St. Josefs abends und nachts beleuchtet werden. „Der Engel wird dann von der Furth in die Innenstadt leuchten“, sagt Korr – und das ab März.