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Neuss: Pfadfinderstamm Malteser feiert 90. Geburtstag

Malteser-Stamm : Pfadfinder feiern 90. Geburtstag

Der Pfadfinderstamm Malteser hat auf dem Gelände der Pfarrkirche Heiliggeist mit vielen alten Weggefährten gefeiert. Auch der ehemalige Bürgermeister Thomas Nickel war dabei.

Es war ein Tag des Wiedersehens, das Jubiläum „90 Jahre Pfadfinderstamm Malteser“ auf dem Gelände der Pfarrkirche Heiliggeist. Der Stamm befindet sich in diesem hohen Alter in einem bemerkenswert guten Zustand: Natalie Degelmann, Christoph Kreuer und Moritz Rudolf vom Stammesvorstand haben einige Gründe, zufrieden zu sein: Pfadfinder zu sein, ist bei jungen Leuten immer noch sehr angesagt.

Aber das Glück ist nicht so ganz ungetrübt: Es mangelt an jungen Erwachsenen, die neben ihrer Ausbildung oder Studiums bereit sind, Jugendarbeit zu leisten.

Der frühere Bürgermeister Thomas Nickel (74) hatte sein Halstuch korrekt geknotet, während die jungen Leute in einer Jurte unter der Anleitung von Sandra Leusch versuchten, dies zu lernen. Nickel ist Vorsitzender der Pfadfinder in der Diözese Köln. Noch ein Urgestein: Bietger Schulenberg gehörte dem Jubiläumsstamm von 1956 bis 1975 an: „Diese Zeit hat mir prägende, aber durchweg positive Erinnerungen beschert“, erklärte der 77-Jährige, der zehn Jahre lang Berufs-Pfadfinder war.

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Markus Leusch (55) entschied sich 1977 dafür, Pfadfinder zu werden. Der IT-Fachmann erinnert sich: „Messdiener, Katholische Junge Gemeinde, Pfadfinder – das war damals die klassische Laufbahn.“ 1976 startete Georg Bischof seine Karriere direkt nach der Kommunion als Wölfling. Auch er hatte die Qual der Wahl: „Katholische Junge Gemeinde und gleichzeitig Pfadfinder war nicht möglich.“ Bischof lebt mittlerweile in Waltrop. Er trug am Samstag sein letztes Pfadfinderhemd aus Neusser Zeiten – es passte nicht mehr wirklich, aber er hat in Waltrop längst einen neuen Stamm gegründet. „Ich werde bis zu meinem Tod Pfadfinder bleiben, das ist eine Lebenseinstellung“, erklärte er. Und er fügte hinzu: „Ich will die Welt ein wenig verbessern.“

Aus dem Jubiläumsstamm ging der Stamm Alfred Delp in Weckhoven hervor. Ingo Habermann war von 1991 bis 2000 Stammesvorsitzender. Auch er hatte viel zu erzählen, traf viele Weggefährten von einst. Es war ein emsiges Treiben im Schatten der Pfarrkirche Heilige Dreikönige: Thea (18) und Nele (19) bedruckten weiße T-Shirts im Siebdruckverfahren. Leon (11) verriet, was ihn zu den Pfadfindern trieb: „Da ist der Zusammenhalt, man lernt viel und lernt neue Freunde kennen.“

Mädchen durften sich erst in den 1970er Jahren anschließen, heute sind sie eine starke Säule der Gemeinschaft. Natalie Degelmann (41) wusste im Zusammenhang mit dem Gotteshaus eine Geschichte zu berichten: „Im Krieg waren die wertvollen Fenster von Thorn Pricker ausgebaut worden. Nach Kriegsende wollten die Pfadfinder, dass ein Bild, auf dem ein Mann mit einem Schwert zu sehen ist, nicht mehr eingebaut wird.“ Diesem Wunsch wurde nicht entsprochen. Ein anderer ging am Samstag in Erfüllung: Es regnete nicht.