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Neuss: Peter Küsters spricht beim "Politischen Frühschoppen" der CDU

Klimaschutz in Neuss : Mehr Abkühlung in den Städten

Landschaftsbauer Peter Küsters spricht beim „Politischen Frühschoppen“ der CDU. Er plädiert für mehr Retentionsflächen zur Versickerung des Wassers bei Jahrhundertereignissen.

Der Neusser Landschaftsbauer Peter Küsters, Mitbegründer des Wiener Start-ups Greenpass, weiß, wie in Städten hohe Temperaturen gesenkt werden können. Und darüber sprach er am Samstag beim „Politischen Frühschoppen“ im Café Schwan.

Er berichtete, dass es in Zentren bis zu 6,5 Grad wärmer sein könnte als im Umland. Besucher der Veranstaltung waren unter anderen Hermann Gröhe MdB, der CDU-Vorsitzende Jan-Philipp Büchler sowie Bernd Ramackers, Sprecher des Umweltausschusses. Worüber sich alle ärgerten: Amprion bereitet die Verlegung von Starkstromleitungen vor, die Büttgener Baumschule Schmitz müsse dafür Flächen zur Verfügung stellen. Die schon recht stattlichen Bäumen dürften aber nicht verschenkt werden. Nun werde man auf Amprion zugehen mit dem Ziel, dass das Unternehmen der Stadt Neuss die Bäume schenke.

Bäume sind teuer geworden und auch künftig werden erstmal mehr bestehende Bäume gefällt werden müssen, als nachgepflanzt werden. Die Kosten – sie sorgten immer wieder für Diskussionen. Peter Küsters gab zu bedenken, wie teuer es werde, wenn nicht rechtzeitig genug etwas gegen den Klimawandel getan werde. „Was bringt ein begrünter Marktplatz?“, wollte Gröhe wissen. „Die Temperatur kann um bis zu vier Grad gesenkt werden“, erwiderte Peter Küsters. Wichtig sei aber nicht nur, genügend Bäume zu pflanzen: „Neue Gebäude müssen so geplant werden, dass sie möglichst viel Schatten werfen“, betonte er.

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Der 54-Jährige sprach von einem bei Greenpass eingesetzten Programm, das „irre komplexe Simulationen“ erlaube. Wie komplex machte Küsters an folgendem Beispiel deutlich: „Unsere sehr leistungsfähigen Rechner brauchen eine Woche für eine solche Simulation.“ Mit Hilfe des Wiener Modells wird das, was geplant wird, vor der Umsetzung auf Umwelteffekte überprüft.

Was beklagt wurde: Der Prophet – gemeint war Küsters – gelte zu wenig im eigenen Land, in diesem Fall in Neuss. Ramakers kritisierte, dass „die Ressorts“ bei der Verwaltung nicht optimal zusammenarbeiten würden. Es müsse integrativer gedacht, geplant und gehandelt werden. Küsters plädierte für mehr Retentionsflächen zur Versickerung des Wassers bei Jahrhundertereignissen und berichtete von der Erforschung von Bodenbelägen aus Stein, die wasserdurchlässig sind.

(barni)