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Neuss: Park-Ärger an der Ehrlichstraße

Anwohner in Neuss sind wütend : Park-Ärger an der Ehrlichstraße

Die Anliegerstraße wird nach Angaben eines Anwohners überwiegend von Krankenhaus-Besuchern genutzt. Was sagt die Stadt?

Für Jonas Günther gehört die lange Suche nach einem Parkplatz mittlerweile zum festen Tagesprogramm. Seit September wohnt der Student an der Ehrlichstraße in Neuss. „Dabei handelt es sich eigentlich um eine Anliegerstraße“, erklärt der 21-Jährige. Doch die Straße sei von morgens bis abends zugeparkt und zwar nicht von Anliegern. Er habe festgestellt, dass ein Gros der Parkplatz-Nutzer Besucher des nahegelegenen Lukaskrankenhauses seien, dessen Stellplätze kostenpflichtig sind. „Das Ordnungsamt sagt, es könne dort nicht kontrollieren. Stattdessen sollen wir die Falschparker selbst anzeigen. Dies ist bei allem Respekt eine unmögliche Aufgabe“, sagt der Neusser, der in einem Mietshaus mit rund zehn Parteien wohnt. Eine mögliche Abhilfe für dieses Problem wäre laut Günther die Einführung von Anwohnerparkausweisen.

Wie Miriam Hartig vom städtischen Presseamt auf Nachfrage mitteilt, gehe die Möglichkeit, Bewohnerparkgebiete in den Innenstädten auszuweisen, auf vielfältige unterschiedliche Interessenslagen zurück. Während für die Bewohner selbst kaum private Parkmöglichkeiten bestehen, werde der zur Verfügung stehende öffentliche Parkraum durch Besucher, Berufspendler, Kunden der anliegenden Geschäfte, Patienten, Mandanten und Lieferverkehre zusätzlich nachgefragt. Die Situation in der Ehrlichstraße sei aber nur begrenzt mit der Innenstadt vergleichbar. Wesentlicher Unterschied sei dort, dass nahezu alle Grundstücke über großzügige private Stellplatzmöglichkeiten verfügen und es unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit „mehr als zweifelhaft“ erscheine, dass in solch einem Gebiet noch zusätzlich Parkraum zugunsten von Bewohnern reserviert wird. Für die derzeit rund 70 erwachsenen Bewohner der Ehrlichstraße stünden rund 50 Parkplätze auf Privatgrund zur Verfügung – „also sicherlich ausreichend“, so Miriam Hartig.

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Aber nicht nur aus diesem Aspekt käme ein Bewohnerparken für die Ehrlichstraße grundsätzlich nicht in Betracht. „Ein solches Konzept müsste – um einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen – einen größeren Bereich umfassen, so etwa das gesamte Gebiet zwischen Preußenstraße, Konrad-Adenauer-Ring, Grefrather Weg und Bahnstrecke“, so Hartig. Dann seien aber auch Bereiche betroffen, in denen heute keine Parkprobleme vorherrschen.

Weil es die Straßenverkehrsordnung verbiete, den Parkraum komplett für Bewohner zu reservieren, damit auch andere Nutzergruppen berücksichtigt werden können, würden sich die Parkmöglichkeiten für die Bewohner nach Ansicht der Stadt nicht wesentlich verbessern. „Die Bewohner müssten aber plötzlich eine Gebühr für den Parkausweis bezahlen und hätten trotzdem kein Anrecht, in unmittelbarer Nähe zu ihrem Haus oder ihrer Wohnung zu parken“, so Hartig.

Leichter haben es die Bewohner der direkten Innenstadt aber auch nicht. Dort stünden den Bürgern nach Angaben der Stadt tagsüber gerade einmal nur rund ein Drittel der 3000 Plätze zur Verfügung. „In der Theorie dürften nach dieser Maßgabe auch in der Ehrlichstraße nicht alle Parkplätze zugunsten der Anwohner reserviert werden. Auch hier müssten in einem solchen Fall tagsüber rund 50 Prozent der Parkmöglichkeiten für andere Nutzergruppen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise durch die Aufstellung von Parkscheinautomaten oder durch eine Parkscheibenregelung“, sagt Miriam Hartig vom städtischen Presseamt.