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Neuss: Neuss packt zweiten "Kulturrucksack"

Neuss : Neuss packt zweiten "Kulturrucksack"

Auch im zweiten Jahr des landesweiten Projekts "Kulturrucksack" ist Neuss wieder dabei. Zu den Kulturinstituten sind jetzt auch viele Jugendeinrichtungen gestoßen. Häufig wird gemeinsam eine Aktion auf die Beine gestellt.

Der pädagogische Zeigefinger bleibt unten, und es steht auch kein hehres Ziel im Hintergrund – einfach nur Spaß machen sollen die Aktionen des Projekts "Kulturrucksack", das im vergangenen Jahr vom Land NRW in mehreren Kommunen versuchsweise gestartet wurde. Auch Neuss gehörte zu den Projektpiloten, denn das Kulturamt unter Harald Müller hatte die Chance sofort ergriffen und – ein bisschen noch aus dem Stand – ein Konzept erarbeitet. Federführend war da schon Britta Franken, und sie bleibt es auch bei der Fortsetzung, denn der "Kulturrucksack" wird auch 2013 wieder für die rund 8000 Zugehörigen der Zielgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen in Neuss mit etlichen Veranstaltungsangeboten gefüllt werden.

Zwei Dinge unterscheiden sich beim "Kulturrucksack" maßgeblich von anderen Projekten wie "Kultur und Schule": Jede Teilnahme ist absolut freiwillig, und mit Schule haben die Aktionen nichts zu tun. Eine Neusser Besonderheit aber, so sagt Britta Franken, sei der Umstand, dass sich am "Kulturrucksack" alle Kulturinstitute beteiligen: "Dadurch war bei uns sofort eine Infrastruktur da", sagt sie. Die Vorschläge für die Maßnahmen kommen aus den Instituten. Frei nach dem Motto "Was wir schon immer mal machen wollten", erklärt Franken weiter. 4,40 Euro stellt das Land für jedes Kind der Altersgruppe bereit – in Neuss kommen so 34 000 Euro zusammen. Die Institute bringen zudem Eigenleistungen wie Personal oder Räume ein.

Rund 1000 Kinder wurden im vergangenen Jahr mit dem "Kulturrucksack" in Neuss erreicht: Eine Quote, die Kulturamtsleiter Harald Müller zum Auftakt leidlich zufriedenstellt, aber "wir lernen noch, es ist schwierig, an die Altersgruppe ranzukommen". Die wichtigste Erfahrung aus dem vergangenen Jahr: "Die Kinder und Jugendlichen haben in der Woche kaum noch Zeit; die Angebote an den Wochenenden und in den Ferien funktionierten dagegen sehr gut", erklärt Britta Franken. Gleichwohl gibt es auch im neu gefüllten "Kulturrucksack" Aktionen an den Wochentagen.

In der Stadtbibliothek etwa gibt es eine Hörspielwerkstatt: Das Theater am Schlachthof (TaS) und das Geschwister-Scholl-Haus stellen ein Theaterprojekt auf die Beine ("I believe I can fly – Woran glaubst du denn?"), das immer mittwochs stattfindet (erstes Treffen ist am 17. April). Die Abschlussaufführung wird dann im TaS stattfinden. Auch ein Renner aus 2012 ist wieder dabei: "Orden selber machen" im Schützenmuseum. Der Etat des Projekts sei fast ausgeschöpft, sagt Müller, " aber wir halten noch was zurück für den Herbst".

Ein Gewinnspiel wird es diesmal nicht geben, sagt Franken, stattdessen werden die Adressaten ganz tatkräftig eingebunden: Wer Lust hat, am neuen Infoflyer für den "Kulturrucksack" mitzuarbeiten, sollte am kommenden Donnerstag ins TaS kommen (Anmeldung unter kulturrucksack@tas-neuss.de). Endlich ist der Kulturrucksack nicht nur – wie noch 2012 – virtuell vorhanden, es gibt ihn auch ganz real (siehe Foto im Infokasten). Überhaupt sollen einige Dinge über das Land NRW endlich auf den schon angekündigten Weg gebracht werden – zum Beispiel die selbst zu gestaltende Kulturrucksack-Card, die städteübergreifend funktionieren und besondere Vorrechte bringen soll: "Wir haben schon mal die Order an die Institute ausgegeben, damit großzügig umzugehen", sagt Müller.

(NGZ)