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Neuss: Opel kündigt Dresen den Händlervertrag und wechselt zu Herbrand

Autohandel in Neuss : Opel kündigt Dresen den Händlervertrag

Die Autobranche in Neuss ist im Umbruch. Dresen wehrt sich gegen den Verlust der Marke Opel, die nun von Herbrand an der Hammer Landstraße angeboten wird. Dort wird umgebaut, weil Herbrand auch Citroen und DS bekommt.

Opel in Neuss: Seit 1917 wird das mit dem Namen Dresen verbunden. Doch ausgerechnet am Stammsitz in Neuss verliert Dresen, heute einer der größten Autohändler in Nordrhein-Westfalen, die Marke mit dem Blitz. Der Händlervertrag für den Autobauer aus Rüsselsheim wurde mit Wirkung zum 31. Mai kommenden Jahres gekündigt.

Benedict Dahlmann kündigt als geschäftsführender Gesellschafter der Dresen-Gruppe zwar an: „Wir wehren uns und sind in regem Austausch mit Opel.“ Doch längst hat sich der Autobauer der Herbrand-Gruppe als neuem Partner zugewandt. Die bekam für Neuss und Mönchengladbach einen Exklusivvertrag für diese Marke, bestätigt Geschäftsführer Sven Holtermann. Und auch die noch junge französische Marke DS werde Herbrand von Neuss aus auch für Düsseldorf exklusiv vertreten.

 Das Autohaus Dresen hat begonnen, den Standort Moselstraße auch die drohende „Nach-Opel-Zeit„ vorzubereiten. Ford, Kia und Hyundai erhalten mehr Fläche.
Das Autohaus Dresen hat begonnen, den Standort Moselstraße auch die drohende „Nach-Opel-Zeit„ vorzubereiten. Ford, Kia und Hyundai erhalten mehr Fläche. Foto: Frank Kirschstein

Die Opel-Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf einen Markt, zu dem Dahlmann nur sagen kann: „Die Branche ist für Händler im Moment ein einziger Kampf.“ Die Dresen-Gruppe mit 16 Standorten vor allem am Niederrhein und in der Eifel werde das Geschäftsjahr 2021 zwar offensichtlich mit einem Rekordergebnis abschließen, doch „Aufwand, Ärger und Risiko“, so Dahlmann, seien auch rekordverdächtig.

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Dresen verliert – sehr wahrscheinlich – Opel in Neuss und hat auch für Mönchengladbach von dem Gesamtkonzern Stellantis, der hinter Marken wie Opel, Peugeot, Citroen und DS steht, bislang keinen Händlervertrag für Opel in Aussicht gestellt bekommen. Doch an anderen Standorten der Gruppe wird es auch über 2023 ein Opel-Angebot geben, sagt Dahlmann. In Neuss hat er angesichts dieser Erfahrung schon einige Weichen gestellt. „Wir wollen möglichst unabhängig sein und uns breiter aufstellen“, sagt Dahlmann. Das heißt: Mehr Marken anbieten und einige stärker herausstellen. Vor allem Ford, KIA und Hyundai sollen am Standort Moselstraße mehr Verkaufs- und Ausstellungsfläche bekommen. „Wir haben noch Hallen dazu gekauft.“

Auch die Gruppe Herbrand reagiert auf den Markenwechsel und baut den Standort Hammer Landstraße um. Die Marke Toyota sei abgegeben worden, sagt Holtermann. Diese Autos bietet seit kurzem die „Auto Levy Gruppe“ an der Moselstraße an, Herbrand stelle aber an der Hammer Landstraße weiter einen Werkstattservice sicher. Das Autohaus aber wird derzeit umgebaut, damit in Neuss neben den bewährten Marken Peugeot und Mitsubishi, für die die Herbrand-Gruppe seit 2015 Verkaufs- und Servicepartner ist, auch Platz geschaffen wird für die drei neuen Marken Opel, Citroen und DS.

Die Hoffnung, dass die Umbauten zum Jahresanfang und damit zum Termin der Markenübernahme abgeschlossen sind, habe sich leider nicht erfüllt, sagt Holtermann, der nun einen Eröffnungstermin Ende März ins Auge fasst. Andererseits konnte der Händler den Mietvertrag für die Immobilie, die inzwischen dem Lebensmitteldiscounter Lidl gehört, gerade verlängern. Lidl habe etwas mehr Fläche dazu bekommen und sei damit zufrieden, sagt Holtermann.

Diese Zufriedenheit dürfte die Stadt Neuss nicht einschließen. Die hatte auf eine Bauvoranfrage des Discounters, der an der Hammer Landstraße einen Lebensmittelmarkt betreibt und weiteren großflächigen Einzelhandel schaffen will, mit einer Veränderungssperre reagiert. Jetzt hat die Stadt maximal vier Jahre Zeit, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen und die Weichen in eine andere Richtung zu stellen.