Neuss: Nutrias im Stadtgarten werden weiter gejagt

Neuss : Stadt bejagt weiter Nutrias im Stadtgarten

Die Sumpfbiber (Nutrias) im Stadtgarten bleiben weiter auf der Abschussliste. Das Fütterungsverbot soll stärker kontrolliert werden. Die Politik setzt auf Aufklärung der Bürger.

Die Bekämpfung des Nutria-Bestands im Neusser Stadtgarten war erneut Thema im Neusser Umweltausschuss. Der hatte die Stadtverwaltung zuvor beauftragt, Alternativen zu einer Bejagung zu prüfen. Solche von durchschlagender Wirkung wurden nicht entdeckt.

Im Februar tauchten nach einem waidmännischen Einsatz gegen die Sumpfbiber, bei dem zehn Tiere zur Strecke gebracht worden waren, in den sozialen Netzwerken Bilder von Blutlachen auf, die sofort eine kontroverse Diskussion nach sich zogen. Der konnte und wollte sich auch die Politik nicht entziehen. Erst recht nicht, als sich auch Bürger an den Beschwerdeausschuss des Rates wandten.

Dass - wenn auch nach vorheriger Prüfung im Einzelfall - weiter auf die bis zu acht Kilogramm schweren Tiere angelegt werden kann, nahm die Politik nicht einfach nur zur Kenntnis. Sie setzt vielmehr auf den Erfolg, den eine strengere Kontrolle des längst bestehenden Fütterungsverbotes erzielen soll. Dieses Fütterungsverbot diene nicht nur dazu, durch Reduzierung des Nahrungsangebotes die Population der Tiere einzudämmen, erklärte Michael Klinkicht (Grüne), sondern trage auch dazu bei, ein biologisches "Umkippen" der Weiher im Stadtgarten zu verhindern.

Nutrias leiden in Neuss keinen Hunger. Um ihre Zahl einzudämmen, soll nun das Fütterungsverbot strenger kontrolliert und durchgesetzt werden. Foto: C. Kleinau

Zum Schädling zählt die Stadt die Tiere, weil sie zum Beispiel die Uferböschungen mit ihren Bauten unterhöhlen. Doch die Installation von Drahtgeflechten an den betroffenen Ufern oder das Einrammen von Stahlplatten zur Nutria-Abwehr, die beide als Alternative zur Jagd erwogen wurden, hätten aus Sicht der Stadtverwaltung nur zur Folge, dass die Tiere vergrämt werden - und sich Ausweichquartiere suchen.

An prominenten Stellen will die Stadt nun neue Schilder mit der Aufschrift "Füttern verboten" aufstellen. Tiersymbole darauf sollen unterstreichen, dass dieses Verbot für Wasservögel ebenso gilt wie für Tauben und Sumpfbiber. Dieses Verbot soll stärker als bisher überprüft und Verstöße geahndet werden. Die Politik will auch, dass die Hintergründe für das Verbot in Schulen und Kindergärten vermittelt werden. Man denke an naturpädagogische Bildung, sagten Ingeborg Arndt (Grüne) und Stefan Crefeld (CDU).

Hermann-Josef Verfürth (FDP) gehört zu denen, die an einen solchen Erfolg nicht glauben. Jedes Nutria-Pärchen bekomme 70 Nachkommen pro Jahr. Schon angesichts dieser Zahlen "gibt es keine Alternative zur Bejagung".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nutrias im Stadtgarten in Neuss

(-nau)
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