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Neuss: Novesia-Funpark wird größte Pop-Up-Kirmes in NRW

Auf 50.000 Quadratmetern in Neuss : Vier Schausteller bauen größte Pop-up-Kirmes in NRW auf

Der Countdown läuft: Am Freitag startet in Neuss eine Pop-up-Kirmes, die vier Schausteller organisiert haben, mit allem, was dazugehört. So läuft der Aufbau – das ist das Programm.

Wer am Samstag den Neusser Kirmesplatz auf dem TÜV-Gelände besuchte, mochte seinen Augen kaum trauen: Auf 50.000 Quadratmetern wird die größte Pop-up-Kirmes in Nordrhein-Westfalen aufgebaut. Viele Stände und Fahrgeschäfte sind bereits sieben Tage davor vollständig eingerichtet, wie der vom Schützenfest her bekannte „Schlager-Express“ oder die Kinderachterbahn „Willi, der Wurm“. Andere Fahrgeschäfte wie Deutschlands schönste „Crazy Mouse“ waren am Wochenende noch in Bremen im Einsatz und kommen erst am Montag nach Neuss.

Und auch der „Eyecatcher“, das Riesenrad, dieses Mal das „Liberty Wheel“ steht noch nicht. Insgesamt 13 Fahrgeschäfte sind oder werden in den kommenden Tagen aufgebaut, darunter die Turbine „Gladiator“, die mit 62 Meter Höhe sogar das Riesenrad überragt, das Hochgeschwindigkeitskarussell „High Impress“ oder der „Streetfighter“. Dazu kommen zwei Laufgeschäfte – die Gespensterbahn „Geisterdorf“ und das „Funhouse“ mit drehendem Irrgarten – sowie Kinderfahrgeschäfte. Insgesamt werden 90 Schausteller vertreten sein. Erstmals richtet nicht die Stadt Neuss eine Kirmes aus, sondern die Interessengemeinschaft (IG) der Schausteller im Rhein-Kreis Neuss. Vier von ihnen stehen dahinter: Erster Vorsitzender der IG ist Josef Kremer (61) aus Neuss, sein stellvertreter Manfred Rüttgers (51) aus Jüchen, Schriftführer und Kassierer ist Volker Kallenberg (59) aus Korschenbroich, besser bekannt als „Curry Jupp“, und Fahrgeschäftsbeauftragter ist Norbert Lupp (56) aus Grevenbroich.

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Jupp Kremer – er hat den „Holzheimer Schnellimbiss“ 1980 von seinen Eltern übernommen – ist ziemlich stolz darauf, dass es gelungen ist, das doppelstöckige venezianische Pferdekarussell nach Neuss zu holen, dann betont er: „Uns kam es darauf an, Schaustellerkollegen in schwierigen Zeiten zu helfen, viele bauen hier seit 18 Monaten erstmals wieder einen Stand auf, und zugleich den Menschen wieder ein wenig Normalität und Freude zurück zu bringen.“

Gleichzeitig wollte die IG ihren allgemeinen Schaustellerverband von dem finanziellen Risiko frei halten. Alleine der Sicherheitsdienst kostet 40.000 Euro. Alle vier Organisatoren loben die Zusammenarbeit mit der Stadt Neuss. Von Anfang an hätte auch Bürgermeister Reiner Breuer das Projekt unterstützt. „Das war sehr hilfreich“, sagt Volker Kallenberg, „denn die Auflagen hinsichtlich der Bauanträge, Sicherheits- und Hygienekonzepte waren enorm.“

 Aufbau: Josef Kremer (r.), Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schausteller, zeigt, wo welches Fahrgeschäft hinkommt.
Aufbau: Josef Kremer (r.), Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schausteller, zeigt, wo welches Fahrgeschäft hinkommt. Foto: Dieter Staniek

Folglich dürfen nur Bürger mit Impfung, Genesungsnachweis oder negativem Testergebnis auf das Gelände, das zudem für 3000 Besucher gleichzeitig zugelassen ist. Für Kurzentschlossene gibt es auf der Kirmes ein Testzentrum, aber „wir empfehlen den Besuchern, sich vorher testen zu lassen, um zu großen Andrang zu vermeiden“, bittet Manfred Rüttgers. Zudem wird der Rhein-Kreis im Funpark ein mobiles Impfzentrum errichten. „Das sehen wir auch als Werbung für ein gesundes Miteinander“, sagt Jupp Kremer und fügt hinzu: „Wir stehen zu der mit unserem Projekt verbundenen sozialen Verantwortung.“ So ist geplant, etwa der „Aktion Schmetterling“ und Kinderheimen einen schönen Tag zu bereiten.

„Denn wenn Kinder und auch Eltern leuchtende Augen haben, dann wissen wir, dass sie sich bei uns zu Hause fühlen“, ist der Vorsitzende der IG überzeugt. Alle vier Initiatoren sind natürlich auch mit eigenem Stand vertreten. Rüttgers führt bereits in dritter Generation den Schnellimbiss „Vautz-Rüttgers“. Eine schöne Geschichte steuert „Curry Jupp“ bei: Sein Vater hatte Jahrzehnte einen Imbiss im Stadion am Bökelberg, von 1919 bis 2004 die Heimspielstätte von Borussia Mönchengladbach. In den 70iger Jahren sangen die Fans: „Wir brauchen keinen Netzer, keinen Bernd Rupp, wir haben Curry Jupp!“ Nach der Kirmes in Neuss sind auch Events in Grevenbroich und Jüchen geplant.