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Neuss: Neuss-Nostalgie bei Facebook

Neuss : Neuss-Nostalgie bei Facebook

Erst Anfang der Woche wurde die Facebook-Gruppe "Du bist Neusser, wenn..." gegründet. Zunächst hatte sie nur wenige Mitglieder, jetzt sind es rund 2000 Fans, die im Minutentakt posten. Sie schreiben auf, was Neuss ihnen bedeutet, und was man als echter Neusser über diese Stadt wissen muss.

Der echte Neusser, er kennt den Eierdieb, lauscht Hobis Musik und war früher im Horten Kaufhaus einkaufen. Hunderte solcher Beispiele sind in den vergangenen Tagen auf der Facebook-Seite "Du bist Neusser, wenn. . ." eingegangen, es ist eine richtige Begeisterung für die Neusser Heimat, die pure Nostalgie, wie die Fotos zeigen, die auf der Seite gepostet werden.

Fotos, die Geschichten erzählen, wie die von Carmen Göbel, die ein Foto vom Neusser Hitch-Kino eingestellt hat. "Da sind wir immer heimlich hingegangen", erzählt sie. Nachdem sie das Foto auf die Seite des sozialen Netzwerks eingestellt hatte, hat sie ihre beste Freundin von damals angerufen. "Weißt du noch . . . ?", hat sie gefragt, und darüber gelacht, wie sie sich davongestohlen haben vor den strengen Eltern. Aktuelle Fotos von Neuss hat Thomas Klann eingestellt. Er fotografiert Neuss seit Jahren — immer von oben. "Als Vertriebsmitarbeiter bin ich viel mit dem Flugzeug unterwegs", erzählt Klann. Dabei versucht er jedes Mal, ein gutes Luftbild von seiner Heimat zu machen. "Jedes Mal wenn ich zurückfliege, freue ich mich auf Neuss", sagt er.

Norbert Pilawa, der die Gruppe "Du bist Neusser, wenn. . ." vor kurzem nach Mönchengladbacher Vorbild gegründet hat, kann den regen Zulauf kaum fassen. "Das hat mich umgehauen", sagt der 51-Jährige über die Gruppe, die in nur vier Tagen auf knapp 2000 Fans angewachsen ist, die dort fleißig posten und kommentieren.

Pilawa, der als Moderator für die Seite zuständig ist, hat jetzt ein großes Ziel vor Augen: In Neuss sollen sich genauso viele Menschen für die Facebook-Seite begeistern wie in Mönchengladbach — dort hat die entsprechende Gruppe knapp 30 000 Mitglieder. "Aber schon jetzt ist es einfach toll wie viele berührende Geschichten auf der Seite stehen", sagt Pilawa. Etwa die von Christian Kirschbaum, Enkel von Heinz Haase, der im Jahr 1959 das Geschäft "Sport Haase" eröffnete. Er hat die Jubiläumsbilder des Familienbetriebs online gestellt, den bald sein Bruder in dritter Generation übernehmen wird. "Es ist toll, wie viele Menschen positiv reagieren und sich an das frühere Geschäft erinnern", sagt Kirschbaum.

(NGZ/ac)