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Neuss: Norfer Verein "Menschenbrücke" sammelt 15.000 Euro für Uganda

Ehrenamt in Neuss : Norfer spenden 15.000 Euro für Nahrungsmittel

Eine Aktion des Vereins „Menschenbrücke“ um Josefine Freibeuter brachte eine stolze Summe ein. Mit dem Geld wird die Bildung von Kindern in Uganda finanziert.

Josefine Freibeuter ist immer noch ganz gerührt. Die Vorsitzende des Norfer Vereins „Menschenbrücke“ freut sich über die vielen Spenden, die innerhalb von nur drei Wochen eingingen, und die stolze Summe von 15.000 Euro eingebracht haben. „Ich bin immer wieder überrascht, dass Menschen für andere spenden, die sie überhaupt nicht kennen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Für die 84-Jährige ist der Verein eine Herzensangelegenheit. Schon oft ist sie selbst nach Masaka in Uganda gereist, um sich anschauen, wie die Spenden „verarbeitet“ wurden.

Josefine Freibeuter ist Vorsitzende der „Menschenbrücke“. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Insgesamt 350.000 Euro, sagt sie, seien bis jetzt in die Gemeinde von Pfarrer Musoke Genza in Uganda geflossen. Kennengelernt hatten die Norfer ihn 2007, als er vertretungsweise in Norf war. Schon damals war die Spendenbereitschaft sehr groß, mit der Gründung des Vereins „Menschenbrücke“ 2009 wurde die Unterstützung dann auf recht professionelle Beine gestellt – obwohl alle Vereinsmitglieder natürlich ehrenamtlich unterwegs sind. Mit Veranstaltungen und Festen zu unterschiedlichen Jahreszeiten, wie zum Beispiel dem Fastensuppen-Essen, Pfarrfest, Weihnachtsbasar wurde Geld gesammelt. Doch in Zeiten von Corona findet nichts statt, und so hatte Josefine Freibeuter die Idee, zu einer Spende aufzurufen. Denn die Not in Masaka war und ist groß. „Es fehlt dort schon an Grundnahrungsmitteln“, sagt Freibeuter. Schulen und Kirchen seien dort immer noch geschlossen. Gottesdienste würden im Freien abgehalten. Mit dem Auto, weiß Freibeuter, dürfe man nur von 7 bis 19 Uhr unterwegs sein.

In den Schaukasten an der Norfer St.-Andreas-Kirche hängte sie kurzerhand den Aufruf. Darin stand unter anderem: „Hier geht es nicht um Toilettenpapier, hier geht um das nackte Überleben!“ Drei Wochen später standen die 15.000 Euro bereit. „Jetzt verhungern wir nicht“, habe Pfarrer Musoke Genza gesagt. Reis, Maismehl, Bohnen, Eier, Öl, aber auch Seife, Medikamente und Desinfektionsmittel wurden für das Geld angeschafft. Mitte August hätte Genza eigentlich nach Norf kommen sollen. Daraus wird nun nichts. Dennoch wird es in der Gemeinde einen Gedenkgottesdienst geben.

Ein Kindergarten, eine Schule für 300 Kinder, Brunnen und Solaranlagen wurden in den vergangenen Jahren von dem Geld aus Norf gebaut. Außerdem bezahlt der Verein zehn Waisenkindern das Schulgeld und Mittagessen für Kita-Kinder. Josefine Freibeuter, die von Pfarrer Genza seit Jahren schon „Mutti“ genannt wird, plant, bald den Vorsitz der „Menschenbrücke“ in jüngere Hände zu geben. „Es ist aber schwer, jemanden zu finden“, sagt sie. Aktuell hat der Norfer Verein 146 Mitglieder, zu Beginn 2009 waren es zunächst nur 14.