Schützenfest und Brauchtum in Neuss 2024 Ein Hoch auf die Furth – die Nordstadt lebt ihren Schützentraum

Nordstadt · Die Furth feiert – und alle machen mit. Wer über Pfingsten in der Neusser Nordstadt unterwegs ist, erlebt einen Stadtteil in Begeisterung fürs Schützenbrauchtum, für Kirmes und Geselligkeit. Nach dem Fackelzug am Samstag Abend war der Sonntag ein besonderer Höhepunkt in der Regentschaft von Winfried „Winni I.“ van Erdewyck.

Neuss: Fotos - Parade beim Schützenfest auf der Furth 2024
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So schön war die Parade beim Schützenfest auf der Furth 2024

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Foto: Andreas Woitschützke

Rund 1800 Schützen und Musiker marschieren am Pfingstwochenende in der Nordstadt mit, damit gilt das Further Schützenfest nach dem Fest in Neuss Ende August als das zweitgrößte Schützenfest im gesamten Rhein-Kreis Neuss. Wichtiger als große Zahlen ist den Organisatoren der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft und den vielen Aktiven jedoch die große Begeisterung und Freude, die in diesen Tagen im Festzelt, auf dem Kirmesplatz und bei den Umzügen in den Straßen überall zu spüren ist.

Offiziell eröffnet wurde der Kirmesplatz bereits am Freitagnachmittag durch den amtierenden Schützenkönig Winfried „Winni I.“ van Erdewyck in Begleitung des Musikvereins Frohsinn Norf. Am Samstagnachmittag wurde dann der Beginn des Volks- und Heimatfestes durch den Umzug des Tambourkorps offiziell verkündet, bevor im Festzelt die dritte und letzte Generalversammlung über die Bühne ging, bei der so viele Orden wie selten zuvor überreicht wurden. „Insgesamt achthundert Orden wurden am Samstagabend verteilt. So viele Auszeichnungen gab es selten zuvor", sagt Bruderschaftssprecher Thomas Loebelt.

Neuss: Fotos von Fackelzug und Kirmes auf der Furth beim Schützenfest 2024
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Schützenfest auf der Furth – Fackelzug und Kirmes 2024

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Foto: Frank Kirschstein

Das Besondere in diesem Jahr: Zum ersten Mal in der Geschichte der Bruderschaft wurde auch eine Frau geehrt: Saskia Wolters vom Fanfarenkorps in Neuss zeichnet sich durch ihre besonderen Dienste aus, die sie gerade in der Kinder- und Jugendarbeit leistet. Die Auszeichnung für eine Frau zeigt: Auch in der Further Bruderschaft ist etwas in Bewegung. ,,Wandel mit Bedacht ist im Moment ein sehr präsentes Thema im Verein. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren auch gesellschaftlich geändert, weswegen wir auch ab dem Jahr 2026 den Ablauf unseres Festes ändern werden", sagt Thomas Loebelt. Trotz der langen Tradition des Schützenfestes und der wichtigen kulturellen Bedeutung sei es schwieriger als noch vor ein paar Jahren, die traditionellen Festabläufe umzusetzen. Das beginne schon damit, dass viele Arbeitgeber kein Verständnis mehr für das Traditionsfest hätten und viele Aktive am Schützenfest-Dienstag keinen Urlaub mehr bekämen.

Nachdem alle Orden am Samstagabend verteilt waren, starteten die Schützen mit einer kleinen Verspätung zum Fackelzug. Die Zuschauerzahlen waren dabei so hoch wie lange nicht mehr. ,,Teilweise standen die Besucher bis zu vier Reihen hintereinander, nur um einen kleinen Blick auf den Fackelzug zu werfen. Da sieht man, welche Bedeutung das Fest auch heute noch für die Bürger hat“, sagt Loebelt. Im Anschluss an den Fackelzug wurde noch bis morgens um ein Uhr im Schützenfest fröhlich getanzt und gefeiert. Auch die Kirmes war nach dem Fackelzug noch „rappelvoll“.

Am Sonntagmorgen trübte zunächst strömender Regen während des Festhochamtes in der Pfarrkirche St. Josef etwas die Laune, pünktlich zum morgendlichen Einmarsch in das Festzelt kam aber schon wieder die Sonne heraus. Beim Festakt im Zelt am Sonntagmorgen fehlte es an prominenten Gästen nicht: Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Reiner Breuer, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisdirektor Dirk Brügge, der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz und Neusser Schützenkönig Christoph Heusgen sowie Bert Römgens, Direktor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf-Neuss. In bester Stimmung feierten die Schützen gemeinsam mit ihren Gästen bis zur großen Parade mit der Königsehrung. ,,Wir haben in diesem Jahr mit Winni I. wirklich einen besonderen Schützenkönig, absolut bodenständig, unglaublich engagiert und ein Further durch und durch", schwärmt der Bruderschaftssprecher.

Nach der großen Parade war wieder Tanz und Party angesagt: Dafür steht Tanzmusik mit der Band „Voices“ im Programm. Am Montag startet das Schützenprogramm der St.-Sebastianus Bruderschaft traditionell mit dem ,,Bürger Frühshoppen" im Festzelt und schließt erst spät am Abend, in diesem Jahr mit dem bekannten Live-Act ,,Porno Al Forno". Am Dienstag endet dann das Schützen- und Heimatfest, zuvor gibt es aber noch einen großen Umzug am Nachmittag, Beginn 16 Uhr, und am Abend die Krönungsfeierlichkeiten und einen Ball, bei dem DJ Rolli auflegt.

Schützenfest und -brauchtum, so betont Loebelt, braucht Zusammenhalt und Unterstützung: ,,Wir möchten uns sehr bei der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Reiner Breuer bedanken. Ohne das professionelle Zusammenspiel zwischen Ordnungsamt und Polizei sowie der finanziellen Unterstützung wäre dieses Schützenfest gar nicht möglich.“ Gerade in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage wisse die Bruderschaft dies sehr zu schätzen.

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