Neuss: Norbert Röttgen beim Strategieforum Außenwirtschaft im Zeughaus

Strategieforum Außenwirtschaft in Neuss : Wie Weltpolitik bis in die Region strahlt

Beim Strategieforum Außenwirtschaft spricht Norbert Röttgen (CDU) im Neusser Zeughaus über „Außenpolitik in Zeiten globaler Herausforderungen“. Handelskonflikte, Brexit & Co. sorgen für zunehmende Konjunktursorgen.

Er ist überzeugter Transatlantiker. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags, ist erfahrener Außenpolitiker – und er ist stellvertretender Vorsitzender der „Atlantik-Brücke“. Der 1952 gegründete gemeinnützige Verein engagiert sich für Multilateralismus, offene Gesellschaften und freien Handel und setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und Amerika zu vertiefen. Aber seit Donald Trump im Weißen Haus residiert, wird die deutsch-amerikanische Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Die Auswirkungen sind – auch befeuert durch weitere Krisenherde – bis in den Rhein-Kreis zu spüren.

Die Welthandelsordnung als Grundlage für den Exporterfolg der deutschen Wirtschaft bröckelt. Mit Spannung darf daher die Rede erwartet werden, die Norbert Röttgen am Montag, 18. November, beim „Strategieforum Außenwirtschaft“ im Neusser Zeughaus hält. Das Thema: „Außenpolitik in Zeiten globaler Herausforderungen – die Wirtschaftsmacht Europa zwischen internationalen Handelskriegen und nationalen Egoismen“.

Welche Risiken eine hemmungslose Großmächtepolitik in sich birgt, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher. Das ist ein Mahnmal in Zeiten, da auf der Weltbühne eine Rückkehr der Großmächtepolitik zu beobachten ist – mit den USA, China und Russland als zentralen Akteuren. Die Frage ist, wie sich die Europäische Union in diesem Spannungsfeld positionieren kann, welches Gewicht sie hat und wie sie dies in Zeiten, da der Brexit und nationale Egoismen die Einheit und den europäischen Gedanken auf die Probe stellen, einbringen kann. Und es wird um die Frage gehen, welche Zukunftsvisionen die Europäische Union hat und was die Unternehmen von ihr erwarten. Schließlich ist Weltpolitik nie wirklich weit weg, sondern strahlt bis vor die eigene Haustür.

Als die Industrie- und Handelskammern (IHKs) Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf vor Kurzem die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Konjunkturumfrage vorstellten, war die zentrale Botschaft nicht nur, dass die Konjunktursorgen in der Region zunehmen. Deutlich wurde auch, dass internationale Handelskonflikte (Stichwort: USA und China), der Brexit, die chinesische Wachstumskrise sowie die Konflikte im Nahen Osten für Skepsis bei vielen Unternehmern sorgen – und bis in den Rhein-Kreis Neuss wirken. Schließlich handelt es sich um einen außenhandelsstarken Wirtschaftsraum. Bezogen auf die Industrie liegt die Exportquote des Kreises laut IHK bei 60 Prozent.

Wenn die Weltpolitik irgendwo bebt, dann zeigt das der Seismograph vor Ort. Zwar befindet sich die Wirtschaft in der Region laut Konjunkturumfrage noch nicht in einer Krise, aber der Abschwung ist spürbar. „Ich bin gespannt, wie Norbert Röttgen die aktuelle Lage politisch einordnet – und auf seinen Impuls, wie es weitergeht“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Immerhin scheint sich der Handelsstreit zwischen den USA und China zu entspannen, in einer ersten Phase wollen beide Seiten Zölle zurückfahren. Die Frage ist nur, ob das länger anhält als bis zum nächsten Twitter-Gewitter.

Die USA und China zählen ebenso wie Großbritannien zu den Top-5-Handelspartnern der NRW-Industrie. Und: China und die USA sind die einzigen außereuropäischen Länder in diesem Ranking. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamts IT.NRW hervor. Demnach wurden 2018 Waren im Wert von 13,2 Milliarden Euro in die USA exportiert, das Exportvolumen nach China betrug 11,9 Milliarden Euro.

Nach dem Impulsvortrag von Norbert Röttgen wird es beim Strategieforum Außenwirtschaft – die Veranstaltung wird von der IHK in Kooperation mit der Sparkasse Neuss und dem Rhein-Kreis organisiert – eine Podiumsdiskussion geben. Auf dem Podium sind der Kaarster Unternehmer Axel Hebmüller (Hebmülller SRS Technik), Markus Simon (Verseidag-Indutex GmbH, Krefeld) und Bernhard Steinrücke (Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer und Weltsprechder der deutschen Außenhandelskammern) dabei.

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