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Neuss: Nikolaus Vögele ist Beleuchtungsmeister am Landestheater

Berufe am Theater : Ein Meister des Lichts

Nikolaus Vögele ist Beleuchtungsmeister am Landestheater. Erfahrungen hat er zuvor reichlich in Berlin, an der Neuköllner Oper, sammeln können.

Seit fünf Jahren arbeitet Nikolaus Vögele am RLT, ist aktuell in der sechsten Spielzeit dabei (derzeit allerdings in Kurzarbeit) und bezeichnet sich selbst als Autodidakten. Dabei ist Vögele der Beleuchtungsmeister der Bühne an der Oberstraße,  aber sagt eben auch: „In den 1990er Jahren ist die Ausbildung in dem Beruf noch nicht so weit gediehen.“ Inzwischen ist das kein Thema mehr, und auch das RLT hat Azubis, die sich vorrangig im Studio ausprobieren können. Dort finden zumeist kleinere Produktionen statt, und nicht nur für Vögele ist es wichtig, „dass unsere Auszubildenden Erfahrungen sammeln“.

„Veranstaltungstechniker“ heißt der Beruf heute, sagt Vögele und ergänzt: „Danach kann sich jeder spezialisieren.“  Ton, Video, Tagungen und Messen oder eben die Arbeit an einem Theater sind dann möglich. Und Vögele hat sich schon vor vielen Jahren für Letztgenanntes entschieden. Als er in Berlin lebte, dort an den Bühnen viele Erfahrungen sammelte und sich in den späten 1990er Jahren für die Neuköllner Oper entschied, wo er als Beleuchtungstechniker jede Produktion begleitet hatte.

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Rund acht Produktionen im großen Haus sind es pro Spielzeit in Neuss, die Vögele als Beleuchtungsmeister begleitet. Meistens kommt er die letzten 14 Tage dazu, vorher gebe es „beratende Gespräche“ oder er überlegt an „technischen Vorbereitungen“. Vögele sieht sich selbst lieber als „Lichtgestalter“ denn als „Lichtdesigner“. Was auf der Bühne passiert, welches Licht wann, wie und wo eingesetzt wird, ist seine Sache, auch ohne in jeder Produktion wirklich tief drinzustecken. „Anders etwa als ein Dramaturg“, sagt er. Aber im Theater gehe es immer um die Zusammenarbeit, sagt er, und seine „dramatische Arbeit“ sei eben die mit Licht: Es könne Stimmungen betonen, Schauspieler in den Mittelpunkt holen oder Szenen gewichten. „Sonst hätte die Regie auch enge Möglichkeiten“, sagt er und ist sich auch sicher, dass „ein Regisseur allein nichts erreichen könnte“.“

Dennoch sieht der in Karlsruhe geborene, heute mit Familie in Neuss lebende Vögele sich vor allem als Handwerker, auch wenn er natürlich die gestalterischen Elemente seiner Arbeit betont. Er programmiert die Lichtsteuerung für die Bilder, stellt sicher, das sie „abgefahren“ wird und sieht zudem in der technischen Entwicklung den Vorteil,  dass sich heute vieles realisieren lässt, von man früher nur geträumt hat.

Gastspiele in anderen Städten werden jedoch nicht von ihm, sondern von anderen Technikern begleitet. „Das geht nicht anders“, sagt er und verweist erneut auf die inzwischen auch am RLT erprobte „computerisierte Lichtsteuerung“, mit der das Theater „die nächsten zehn Jahre“ gut aufgestellt sei. Zwei Meister sind zudem bei jeder Vorstellung zugegen: „Denn wir sind auch für die Sicherheit, etwa  des Publikums und der Schauspieler, verantwortlich.“ Und dann ist da noch die Beleuchtung  des Theaters überhaupt, innen wie außen. Auch dieser Bereich wird von Vögele bespielt.

Vier Menschen stehen an der Spitze der Veranstaltungstechnik des RLT: David Kreuzberg ist der Technische Leiter und auch Beleuchtungsmeister, Claudia Kurras ist stellvertretende Technische Leiterin und Bühnenmeisterin, Nikolaus Vögele als Beleuchtungsmeister und Fredo Helmert als Leiter der Tonabteilung. Dazu kommt noch 14 weitere (Veranstaltungs-)Techniker und sechs Auszubildende.

Pro Produktion, ob inhäusig oder bei Abstechern, sind sechs Techniker dabei. „Das heißt, dass man gerade im Winter sich am Wochenende nichts vornehmen sollte“, sagt Vögele und schmunzelt, „denn da wird schon mal jemand krank, der eingeteilt war. “ Und so sieht Vögele nicht die Menge an Arbeitszeit als Belastung. Aber man müsse sich im Klaren darüber sein, meint er, „dass Theater fordernd sind. Denn jede Vorstellung findet statt. Egal, wie man sich fühlt.“