Neuss: Neues Schmuckstück für St. Peter

Neuss : Neues Schmuckstück für St. Peter

Die zehnte Kreuzweg-Station „Jesus wird seiner Kleider beraubt“ hängt nun an der rechten Seite des Kirchenschiffs der Katholischen Kirchen St. Peter. Messdiener hatten die Tafeln vor vier Jahren im Pfarrgarten gefunden. Die zehnte Kreuzweg-Station wurde als erste für rund 14.000 Euro restauriert.

Sie ist 90 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit, und obwohl sie nicht sonderliche Ausmaße hat, ist sie der Hingucker: Die zehnte Kreuzweg-Station, die nun an der rechten Seite des Kirchenschiffs hängt, ist das neue Schmuckstück der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter.

Die Kölner Restauratorin Sabine Hermes und Steinrestaurator Martin Grabowski aus Euskirchen arbeiteten in den vergangenen Monaten an der zehnten Station. Das Besondere war, dass die Detailliertheit und die originale Farbfassung erhalten bleiben sollten. „Dadurch ist sie sehr ausdrucksstark geblieben“, sagt Michael Meuter aus dem Kirchenvorstand, der die Gesamtkosten für die Restauration, dazu zählt unter anderem auch die Aufhängung, auf 14.000 Euro beziffert. 70 Prozent der Summer übernahm das Erzbistum Köln, 30 Prozent wurden von der Kirchengemeinde dank einer großzügigen Spende der Schützenbruderschaft St. Peter und Paul Rosellerheide finanziert. Was mit den anderen zwölf Stationen passiert, die im Keller des Gemeindezentrums aufbewahrt werden, kann Meuter noch nicht genau beantworten: „Wir haben bei Sabine Hermes ein Gesamtangebot angefordert. Dann muss man sehen, wie sich das Ganze finanzieren ließe.“

Rückblick: Dass sich das Terrakotta-Relief im Nazarener Stil, das nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zunächst aussortiert worden war, in der Gemeinde erhalten hat, war seit Jahren vermutet worden. Der damalige Kaplan Tobias Hopmann hatte zufällig die zwölfte Kreuzweg-Station mit dem Motiv „Jesus stirbt am Kreuz“ bei einer Familie entdeckt, die das Motiv vor einigen Jahren geschenkt bekommen hatte. Hopmann startete einen öffentlichen Aufruf, um auch die anderen Motive wiederzufinden. Ein älterer Herr meldete sich bei ihm, der sich erinnerte, dass die Reliefs im Pfarrgraben vergraben sein könnten. Der Pfarrer ging dem Hinweis nach, doch eine erste Suchaktion verlief erfolglos. Wiederum durch einen Zufall tauchten die anderen Tafeln im Mai 2014 auf, als Messdiener einen Vogel im Pfarrgarten bestatten wollten. Mit Ausnahme des verschenkten Relief war der Bilderbogen von Leiden und Tod Jesu komplett.

(gaa)
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