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Neuss: Neues Quartett von Peter Höngesberg heißt Capella Mariana

Ensemble Capella Mariana : Neues Quartett singt in der Krypta von St. Marien

Peter Höngesberg (29), seit gut einem Jahr Seelsorgebereichsmusiker der Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte und Marienkantor, stellte in einer geistlichen Abendmusik „vom Leben und Sterben“ ein neues Vokalensemble unter seiner Leitung vor.

Die „Capella Mariana“, ein Quartett chorerfahrener Laien, sang in der Krypta der Marienkirche. Dabei erwies sich dieser Ort als akustisch glänzender Raum für kleinere Ensembles.

Die Krypta wurde erst 1936 unter die 1902 fertiggestellte Marienkirche gebaut. Weil das damals 3000 Gläubige fassende Gotteshaus den meisten Besuchern keinen Blick auf den Altar gewährte, wurde der Altarraum deutlich erhöht, was Platz für die Krypta schaffte. Zum ersten Konzert in diesem ebenfalls neugotisch gestalteten „Untergeschoss“ hatte Peter Höngesberg wohl nicht mit den vielen Besuchern gerechnet, denn die Auflage des sorgfältig gestalteten Programms war viel zu niedrig.

Mit dem Taizé-Liedruf „Im Dunkel unsrer Nacht entzünde das Feuer“ begann das Ensemble mit Christina Schnoklake (Sopran), Gerda Kieser (Alt), Michael Lieven (Bass) und Peter Höngesberg (Tenor). Beim folgenden geistlichen Konzert für zwei Soli und Cembalo „Erhöre mich“ von Heinrich Schütz zeigte sich deutlich, dass die im Quartett gut miteinander harmonierenden Stimmen für solistische Aufgaben nicht ausreichend gebildet sind. So waren die vierstimmigen Sätze wie Johann Bachs „Weinet nicht um meinen Tod“ oder die Sterbe-Arie „Es ist nun aus“ von Johann Christoph Bach sowie der stimmungsvolle Chorsatz „Hab keine Angst vorm Dunkel“ der schwedischen Komponistin Karin Rehnqvist zugleich die vokalen Höhepunkte.

Peter Höngesberg bereicherte das Programm durch zwei Suiten für Cembalo und das „Italienische Konzert“ von Johann Sebastian Bach. Sein makelloses Spiel hätte allerdings ein anderes Instrument verdient. Das kleine Spinett mit Lautenzug „wird eigentlich nur für häusliche Übungszwecke genutzt, und eine Stimmung war aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich“, erklärte der Marienkantor.

(Nima)