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Neuss: Neuer Radweg auf alter Straßenbahntrasse

Lückenschluss an Bonner und Kölner Straße in Neuss : Radweg auf der alten Straßenbahntrasse

Zwischen Gnadental und Grimlinghausen klafft eine Lücke im Radwegenetz. Um diese schließen zu dürfen, benötigt die Stadt die Zustimmung des Naturschutzbeirates. Die Sanierung der Erftbrücke wurde aber schon ausgeschrieben.

Radeln auf alten Bahndämmen: Überall im Land macht der Rückzug der Bahn aus der Fläche Trassen frei, auf denen neue Radwege angelegt und auch touristisch beworben werden. Auch in Neuss steht das jetzt an, wenn auch in bescheidenem Umfang. Auf dem Bahndamm an der viel befahrenen Landesstraße 137 (Kölner beziehungsweise Bonner Straße), auf dem vor Jahrzehnten eine Straßenbahn bis Grimlinghausen verkehrte, soll ein Radweg neu angelegt werden. Mitten durch ein Landschaftsschutzgebiet. Deshalb wird das Projekt am Dienstag, 11. September, im Naturschutzbeirat des Rhein-Kreises behandelt.

Die Stadt hat das Gremium gebeten, diesen Eingriff in die Landschaft zu genehmigen und sie von den Festsetzungen des Landschaftsplanes zu befreien. In einem landschaftspflegerischen Begleitplan bietet sie dafür Kompensationen an. So soll unter anderem die bestehende Allee auf der neuen Böschung um eine dritte Reihe Winterlinden ergänzt werden. Die später dreireihige Baumallee, so verspricht die Stadt, werde „nachhaltig als prägendes und verbindendes Landschaftselement zwischen Gnadental und Grimlinghausen wirken“. Und im Gegensatz zu heute würden künftig wieder Ausblicke in die Erftauenlandschaft möglich werden.

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Offenbar ist die Stadt von einem guten Ausgang der Beratungen im Naturschutzbeirat überzeugt. Denn ohne auf grünes Licht zu warten, wurde, wie Stadtpressesprecher Tobias Spange berichtet, in einem ersten Schritt schon die Sanierung der ehemaligen Straßenbahnbrücke über die Erft ausgeschrieben. Sie ist längst abgeräumt, gesperrt, unpassierbar. Allein 900.000 Euro hatte die Stadt schon vor Jahren für diesen Brückenschlag kalkuliert.

Der Naturschutzbeirat scheint geneigt, dem Vorhaben der Stadt zuzustimmen. Zumindest fällt der Beschlussvorschlag, den der Kreis als Untere Landschaftsbehörde vorlegt, positiv aus. Das „öffentliche Interesse an der Herstellung einer gebrauchstüchtigen und sicheren Radwegeverbindung entlang der L 137“, so der Kreis, wöge in diesem Falle schwerer als die beeinträchtigten Belange von Naturschutz und Landschaftspflege.

In der Tat ist der Radwegebau zwischen Kasterstraße und Nixhütterweg ein Projekt mit hoher Priorität, das auch deshalb in dem 30-seitigen Schreiben erwähnt ist, mit dem sich die Stadt 2015 als fahrradfreundliche Kommune bewarb. Der Rat hatte das Vorhaben immer als wichtigen Lückenschluss an einer historisch gewachsenen Straßenverbindung unterstützt.

Dass das Vorhaben auch von übergeordneten Behörden als bedeutsam eingestuft wird, belegt der Förderbescheid des Landes. An den Baukosten für den reinen Radwegebau in Höhe von 1,26 Millionen Euro beteiligt sich das Land mit 814.200 Euro.

Das gilt nur für den ersten Bauabschnitt auf der nördlichen, dem Rhein zugewandten Straßenseite. Der südlichen Straßenseite, auf der es um Ertüchtigung eines Radweges und nicht um Neubau geht, will sich die Stadt später zuwenden. Wann, ist laut Spange noch offen.