Neuss: Neuer Lotsenpunkt für die Furth

Senioren-Angebot in Neuss : Neuer Lotsenpunkt für die Furth

Die Nordstadt hat jetzt eine neue zentrale Anlaufstelle für ältere Menschen. Dort erhalten sie Hilfe in wichtigen Lebensfragen und können Kontakte knüpfen. Es ist die bereits sechste dieser Art auf Neusser Stadtgebiet.

Das „Haus der Diakonie“ an der Venloer Straße (das frühere Willi-Graf-Haus) ziert unübersehbar ein neues Logo: „Lotsenpunkt Furth-Mitte“ und „Wir sind dabei“ ist einladend zu lesen. In einer kleinen Feierstunde eröffnete Bürgermeister Reiner Breuer am Dienstag den mittlerweile sechsten Lotsenpunkt der Stadt Neuss in Kooperation mit der Diakonie Rhein-Kreis-Neuss.

Die Neusser Furth bekommt so eine zentrale Anlaufstelle für ältere Mitmenschen, die dort in wichtigen Lebensfragen Hilfe erhalten und Kontakte knüpfen können. Gleichzeitig haben sie aber auch die Möglichkeit, mit ehrenamtlicher Tätigkeit ihr vertrautes Quartier selbst mitzugestalten.

Seit dem 15. Juli kümmert sich eine Ansprechpartnerin um interessierte Anwohner. In der Startphase sind die ersten schon gekommen. „Die Lotsenpunkte sind mit und für ältere Menschen“, betont Sozialdezernent Ralf Hörsken. Senioren sollen dort nicht einfach „bespielt“ werden, sondern im Miteinander ihr Leben selbst gestalten, was im Alter von großer Bedeutung sei. Zudem lenkt Hörsken den Blick auch auf ältere Mitbürger mit Migrationshintergrund, denen durch veränderte Familienstrukturen oft die Einsamkeit drohe. Dort können Integrationshilfen ein wertvoller Türöffner sein.

Die Diakonie nutzt die Innenstadtnähe und die Nähe zu den Menschen, um Hilfe für ältere Menschen und deren Angehörige zu bieten: Offene Sprechstunde, Vernetzung mit Kirchengemeinden, Seniorenberatungen, Memoryzentrum und Haus Nordpark. Das Ziel ist, Angebote und Senioren langfristig zu bündeln. Durch ein Seniorencafé sollen Ehrenamtler gewonnen werden, die eigene Angebote initiieren können.

Die Vernetzung mit anderen Lotsenpunkten kann helfen, den richtigen Weg für die Neusser Furth zu finden, erklärte Gudrun Jüttner vom Netzwerk Quartiersarbeit und Koordinatorin der Lotsenpunkte. Sie werden gut angenommen: Es entstehen Netzwerke für das Quartier und das individuelle Leben der Bürger, die meistens zwischen 75 und 85 Jahre alt sind. Cafébesucher haben beispielsweise eigenständig eine Wandergruppe organisiert – das ist Hilfe zur Selbsthilfe, die sowohl der Unterstützung der Menschen wie des Quartiers dient.

Bürgermeister Reiner Breuer zeigte sich sehr zufrieden über die „schöne Nachahmung“, die das Haus der Diakonie durch seine Arbeit mit Menschen als wesentliche Aufgabe fortführe, denn es ist weiterhin eine zentrale Anlaufstelle für Bürger wie schon das Willi-Graf-Haus.

Die Lotsenpunkte sind ein „Zeichen der Zeit und der Stadt“ – die Einwohnerzahl ist zwar stabil, aber steigendes Alter macht einen vermehrten Einsatz für ältere Menschen notwendig. Weitere Lotsenpunkte gibt es in Erfttal, Meertal, Holzheim-Grefrath und Weckhoven. Neu ist ebenfalls der Lotsenpunkt in Allerheiligen: Im Familienzentrum Wurzelzwerge des DRK Neuss an der August-Macke-Straße 65 bietet Ansprechpartnerin Daniela Boy immer montags von 15 bis 17 Uhr Hilfe in allen Lebenslagen.

Laut Bürgermeister Breuer sind insgesamt zehn Lotsenpunkte im Neusser Stadtgebiet angestrebt. Für Ralf Hörsken sind sie sogar wie „Diamanten“ mit vielen Facetten: Je mehr sie haben, umso größer ist das Funkeln.

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