Neuss: Neuer Bürokomplex am Bahnhof

Neuer Komplex am Bahnhof Neuss: „Further Top“: Bürohaus als Tor zur City

Für 2,5 Millionen Euro entsteht in unmittelbarer Bahnhofsnähe ein sechsstöckiger Bürokomplex, der an der Further Straße vor ein altes Parkhaus platziert wird. Ankermieter soll ein niederländisches Unternehmen werden.

Das Parkhaus am Bahnhof verschwindet hinter einem sechsgeschossigen Bürogebäude. Das sehen die Pläne von Rochus Geissel vor, der den 1967 als Belegschafts-Parkhaus für die Mitarbeiter der Schraubenfabrik gebauten Kasten Ende 2006 gekauft hat. Die Idee für das „Further Top“, wie der Unternehmer aus Uedesheim seinen Bürokomplex nennt, sind fast ebenso alt.

Seit 2009 verfolgt Geissel diesen Plan gemeinsam mit dem Makler Frank Baumann, der lange nach einem Ankermieter suchen musste. „Es kommt kein Mieter, der sich etwas Hässliches schön vorstellen kann“, erklärt Geissel die Vermarktungsprobleme. Das sei eine Besonderheit des Neusser Marktes, ergänzt Baumann. „Es ist sehr schwierig, Leute für ein Projekt zu begeistern, das man noch nicht sieht.“ Interessenten in Düsseldorf scheinen phantasiebegabter zu sein. Er selbst hat den Ankermieter auch nicht vor Ort gefunden, sondern in den Niederlanden.

Rochus Geissel, Investor und Parkhausbesitzer.
Rochus Geissel, Investor und Parkhausbesitzer. Foto: Christoph Kleinau

Kommt der Vorvertrag zur Durchführung, wird unmittelbar am „Tor zur Nordstadt“ am Hauptbahnhof ein Unternehmen der Gesundheitsbranche ansässig, das Produkte für eine alternde Gesellschaft vertreibt, umschreibt Baumann den Interessenten. Der würde im Erdgeschoss eine Ausstellungsfläche betreiben und darüber Büros einrichten. Dieser Interessent würde das gesamt Objekt mieten, einschließlich der Räume im Staffelgeschoss, sagt Baumann. Wenn er kommt.

Die Parkhausfassade wird neu verkleidet, davor
Die Parkhausfassade wird neu verkleidet, davor ein Bürohaus gebaut. Foto: Christoph Kleinau

Rochus Geissel ist davon nicht (mehr) hundertprozentig überzeugt. Grund: Der Kunde könnte eine Ausstiegsklausel nutzen, weil sich das Genehmigungsverfahren schon (zu) lange hinzieht. „Wir bauen aber trotzdem“, stellt Geissel fest. Seinen Plan B hat er dafür fertig in der Tasche und in Erkrath erprobt. Dort konnte er 2005 die ehemalige Hauptverwaltung der Firma Bast-Bau im Ortsteil Unterfeldhaus erwerben und für Büronutzungen aufparzellieren. Auf 13.000 Quadratmetern Nutzfläche habe er derzeit 145 Mieter, sagt Geissel – und keinen Leerstand. In Neuss gibt es zwar viel ungenutzten Büroraum, allerdings fehlen kleine Flächen, betont der Investor  überzeugt.

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Die Lage jedenfalls nennt er top. Cityanbindung, Bahnhofsnähe – und kein Problem, einen Parkplatz zu finden. Denn das Parkhaus mit seinen 450 Stellplätzen, die Geissel ausschließlich an Dauermieter abgibt, ist ja gleich nebenan.

Pläne für dieses Objekt hat er auch. Nachdem es in den vergangenen Jahren innen technisch auf Vordermann gebracht wurde und außen bislang nur etwas Farbe zum Einsatz kam, soll nun die Fassade zur Further Straße hin verkleidet werden. Der städtebauliche Vertrag, den er dazu mit der Stadt aushandeln musste, liegt unterschriftsreif in seinem Büro. Unterschreibt er, so erklärt Stadt-Pressesprecher Tobias Spange, „kann die Baugenehmigung umgehend erteilt werden“.

Das muss Geissel aber nicht abwarten. Er hat derzeit laufend Baustellentermine, denn am Mittwoch soll der Abbruch des alten Verwaltungsgebäudes an der Further Straße beginnen. Das hatte zuletzt über Jahre ein Autohändler genutzt. Der Abbruch schafft Platz für ein ganz neues „Tor zur Nordstadt“. In das will Geissel 2,5 Millionen Euro investieren möchte. Fertigstellung Ende 2019 – so oder so.