Neuss: Neue Auflage der Liveshow "Zurück in die 80er" in der Wetthalle

Liveshow in der Wetthalle Neuss : Songs im Outfit der 1980er Jahre

Jens Kipper ist der Mastermind hinter den Kulissen von „Zurück in die 80er“. In der Wetthalle gibt es eine zweite Auflage mit einem überarbeiteten Konzept. Natürlich steht Kipper auch auf der Bühne.

An Arbeit mangelt es Jens Kipper nicht. Er spielt Theater, ist in TV-Produktionen dabei, hatte dafür den Stunk des Theaters am Schlachthof schon absagen müssen. Aber bei der Show „Zurück in die 80er“ wird dem in Krefeld lebenden Schauspieler das nicht passieren. Sie ist nämlich ein Eigengewächs aus dem Hause Kipper/Melchior, denn zusammen mit seiner Frau Ilva, ebenfalls Schauspielerin und Stunk-Ensemble-Mitglied, hatte Kipper schon im vergangenen Jahr die Revue in der Wetthalle aufgeführt.

Jens Kipper gehört auch zum Ensemble des Stunk. Foto: TaS

Mit so großem Erfolg, dass es zu Wiederholungen etwa in Oberhausen und Köln kam, und nun sogar zu einer zweiten Auflage. Wieder in der Wetthalle, aber im Gegensatz zum ersten Mal gehen Kipper und Co. ein unternehmerisches Risiko ein und gestalten das Ganze auf eigene Rechnung. Im vergangenen Jahr hatte ihnen in dem Punkt noch Werner Galka von der die Wetthalle betreibenden Wunderbar zur Seite gestanden. Mit einem Fiasko rechnet Kipper trotzdem nicht. Vier Abende, am 25., 26., 27. und 28. April (Donnerstag bis Sonntag) sind geplant, drei seien schon sehr gut gebucht, nur die Vorstellung am Donnerstag tue sich noch ein bisschen schwer. „Aber gespielt wird“, sagt er entschieden.

Seine Mitstreiter hat er nicht lange überreden müssen. Sieben Kollegen, die auch Freunde oder Freunde von Freunden sind, stehen da auf der Bühne. Die Band mit Gitarrist Toshi Trebess, Keyboarder Tobias Hebbelmann, Bassist Jonas Neumann und Schlagzeuger Nicolas Hartweg ist wieder dabei, Schauspielerin und Sängerin Franka von Werden ebenso, nur Ilva Melchior wird ersetzt durch Karima Rösgen: Aus familiären Gründen, betont Kipper, der auch froh darüber ist, mit Karima Rösgen eine „so gute Sängerin und Kollegin“ gefunden zu haben. Sie bringt auch eigene Songs mit, sagt er, überhaupt ist das Konzept noch mal zu Gunsten von noch mehr Musik überarbeitet worden.

Den Rahmen etwas kürzer zu halten, schien ihm nach den bisherigen Aufführungen ratsam: „Jetzt nimmt eine Flugbegleiterin namens Meg Fly die Zuschauer einfach mit in die Vergangenheit.“ Die zum Teil abenteuerliche Kostümierung aber bleibt, sagt Kipper lachend, „es ist toll, was da zusammengekommen ist. Teils aus dem Fundus des Theaters am Schlachthof, teils auch selbst organisiert.“ Und jeder der Sieben hat Namen und (laut Homepage) neue Identität verpasst bekommen: Neben Meg Fly (von Werden, Gesang) stehen Sammy Splash (Rösgen, Gesang), Dirty Dee (Kipper, Gesang), Steven Tight (Hebelmann, Keys & Gesang), Ted Trendt (Trebess, Gitarre & Gesang), Johnny Deep (Neumann, Bass) und Ross Shaft (Hartweg, Drums) auf der Bühne. Standen im vergangenen Jahr noch 27 Songs aus den 1980er Jahren auf der Setlist, so ist die in der zweiten Auflage auf 35 angewachsen: „Obwohl wir sechs Titel sogar gestrichen haben, denn es muss immer eine gute Balance zwischen Balladen und anderen Songs herrschen.“

So sind 1980er-Hits von Blondie, Tears for Fears, U2, Toto, Phil Collings oder Frankie goes to Hollywood dazugekommen. „Dafür flog Sinaed O’Connor raus“, sagt er lachend, „denn der Song war ein bisschen getürkt, stammt von 1990.“

Große Diskussionen im Team habe es wegen der Lieder von Michael Jackson gegeben, erzählt er. Soll man seine Sachen trotz der erneuten Missbrauchsvorwürfe in so einer Show singen? „Wir haben darüber auch außerhalb des Teams mit den jeweiligen Freunden geredet“, sagt Kipper, „und dabei festgestellt, dass es auf einen bösen Zweit-Fronten-Krieg hinausläuft. Also haben wir gemeinsam beschlossen, ihn lieber rauszulassen.“

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