Neuss: Neubaugebiet Rosellerheide verschiebt sich erneut

Keine schnelle Lösung in Rosellerheide : Neubaugebiet in Rosellerheide auf Wiedervorlage

SPD scheitert mit dem Versuch für ein schnelles Bauleitverfahren. Politik beschließt zunächst einen „runden Tisch“

Wer die SPD-Informationsveranstaltung im Heidezentrum vor einigen Tagen mit der Hoffnung verlassen hat, dass „Am schwarzen Graben“ bald neue Bauflächen ausgewiesen werden, muss nun wieder lernen, sich in Geduld zu fassen. Es wird keinen schnellen Einstieg in dieses Thema geben, sagte Planungsdezernent Christoph Hölters. Statt dessen wird nun ein extern moderiertes Verfahren am runden Tisch gestartet, an dessen Ende ein Bebauungsplan stehen soll. „Ein Rahmenplan“, wie Ingeborg Arndt (Grüne) sagte, bevor sie in Richtung des von der SPD gemachten Vorschlags schimpfte, „und kein Schlag in die Landschaft“.

Die SPD hatte mit Hilfe eines Architekten an der Verwaltung vorbei einen eigenen Entwurf für ein Neubaugebiet entwickelt und gehofft, dass zumindest in einem vereinfachten Verfahren schnell 31 neue Eigenheime entstehen könnten. Diese Pläne stellte sie den Bürgern des Ortes in einer eigenen Veranstaltung vor und freute sich über rund 120 Interessierte. „Die SPD suggeriert da etwas Falsches“, kritisiert der CDU-Stadtverordnete Herbert Hilgers das Verfahren. Die SPD, so hielt Ralph-Erich Hildebrandt dagegen, wollte vor allem, dass in das Thema „endlich Bewegung kommt“.

Hildebrandt erinnerte, dass schon im Jahr 1983 von einem Neubaugebiet an der Straße Am schwarzen Graben gesprochen wurde. Das wurde 2012 um rund 40 Prozent verkleinert, damit im Flächennutzungsplan an anderer Stelle – nämlich in Uedesheim – Bauland ausgewiesen werden konnte. Seitdem ruht das Verfahren. „Jetzt wollen die Anwohner etwas sehen“, sagte Hildebrandt.

Trotzdem pocht die Stadt darauf, das Thema grundsätzlich anzugehen und dabei auch ein schlüssiges Konzept zu entwickeln. Hinter die Idee der SPD, nur freistehende Einfamilienhäuser vorzusehen, wollte er zumindest ein paar Fragezeichen machen. Zumal, wie Sven Schümann (CDU) ergänzte, dem SPD-Plan Grundstücke von bis zu 1200 Quadratmeter Größe zugrunde liegen. Wie sich das mit dem Ruf nach mehr preiswertem Wohnraum vertrage, wollte Schümann von der SPD wissen. „Es ist nicht gänzlich verboten, an manchen Stellen auch nicht preisgedämpft zu bauen“, versuchte Arno Jansen (SPD) eine Replik. Es blieb beim Versuch.

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