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Neuss: Nachruf auf den Behindertenbeauftragten Max Fischer

Trauer in Neuss um Max Fischer : Hartnäckiger Kämpfer für das Recht aller auf Teilhabe

Als Behindertenbeauftragter setzte sich Max Fischer dafür ein, Hindernisse zur Teilhabe zu beseitigen. Nun ist er im Alter von 78 Jahren gestorben.

Hinkommen, reinkommen, klarkommen – ohne fremde Hilfe: Mit diesem Ziel trat Max Fischer im September 2006 als erster vom Stadtrat bestellter Behindertenbeauftragter seinen Dienst an. Er wollte, dass Behinderung kein Hindernis für Teilhabe mehr darstellt und nahm dazu alle in die Pflicht. Zweimal wurde seitdem ein neuer Rat gewählt, drei Sozialdezernenten folgten im Amt aufeinander und auch der Bürgermeister wechselte. Doch Fischer blieb. Mit Blick auf die neue Ratsperiode befürchtete Sozialdezernent Ralf Hörsken allerdings schon seit Monaten, dass er um eine Neubesetzung dieses Ehrenamtes wohl nicht herumkommen wird. Denn Fischer, der Ende August das 78. Lebensjahr vollenden konnte, war krank. Todkrank sogar. Am vergangenen Donnerstag ist er in einem Hospiz verstorben.

„Max Fischer konnte genauso liebenswürdig wie hartnäckig sein, wenn es um die Einbeziehung und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen ging“, sagt Hörsken in der Rückschau. Sehr viele Menschen in Neuss hätten ihm viel zu verdanken, und auch er selbst werde „ihn als Ratgeber sehr vermissen.“

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Als sich der Rat 2006 anschickte, mit einem Behindertenbeauftragten einen Ombudsmann für alle Gehandicapten zu bestellen, kamen drei Bewerber in die engere Auswahl. Unter ihnen Max Fischer, der als Fachmann galt. 30 Jahre lang war der damals 64-Jährige technischer Leiter der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) und zum Zeitpunkt seiner Ernennung gerade Rentner geworden.

So befreit trat er sein Amt auch an. Mochten die Parteien darum rangeln, was Fischer genau tun solle und mit welchen (Rede)-Rechten man ihn ausstatten wolle – er selbst hatte dazu ganz eigene Vorstellungen und eine eigene Agenda. Und er machte sein Wort – gefragt aber auch ungefragt.

Zu Fischers Selbstverständnis gehörte, dass er Ziele steckte, diese hartnäckig verfolgte und die Umsetzung des am Ende Erreichten auch kontrollierte. Auf diese Art trug er dazu bei, dass Neuss auf dem Weg zur Barrierefreiheit ein großes Stück vorangekommen ist. Ihn hätte am Ende wohl vor allem eines zufrieden gemacht: Dass sein Amt schnell neu besetzt wird. Das wäre das schönste Zeugnis für eine nie bestrittene, erfolgreiche Arbeit.