Neuss: Muslime legen nach Terroranschlägen in Sri Lanka Rosen vor Kirche

Vor Kirche in Neuss : Muslime legen Rosen vor St. Marien

Ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens: Vor der Kirche St. Marien haben Unbekannte einen Strauß Rosen und einen Brief abgelegt. „In tiefer Anteilnahme von muslimischen Mitbürgern für mehr Zusammenhalt und Frieden“ stand darauf.

Ergänzt wurde der Text durch einen Koran-Vers, der das Töten von Menschen verurteilt. Zudem wird deutlich gemacht, dass es sich um eine Geste gegen Terror und für mehr Liebe handelt. „Das ist ein ausdrucksstarkes Zeichen, über das wir uns sehr gefreut haben“, sagt Oberpfarrer Guido Assmann.

Vor der Marienkirche wurden Rosen abgelegt. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Mangels Absender könne er sich bei den Verfassern nicht persönlich bedanken, daher suchte er den Weg in die Öffentlichkeit. Der Auslöser für das ungewöhnliche Geschenk waren offenbar die Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen am Ostersonntag mehr als 250 Menschen, überwiegend Christen, ums Leben kamen. „Der Anschlag hatte einen islamistischen Hintergrund. Die Verfasser wollten wohl zum Ausdruck bringen, dass sie sich von solchen Taten distanzieren“, sagt Assmann.

Die Rosen sind auch ein Symbol dafür, dass das Miteinander in Neuss prinzipiell funktioniert. „Trotz aller Schwierigkeiten“, wie Assmann sagt. Lobenswert seien beispielsweise die interreligiösen Gespräche, die jedes Jahr in Kloster Langwaden stattfinden. „So bleibt man im Kontakt und lernt sich kennen“, sagt Assmann.

Es gebe zwar keine regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Christen in Neuss, aber doch immer wieder Gesten der Verständigung. Da werden dann Katholiken zum Fastenbrechen nach dem Ramadan eingeladen oder die katholische Kirche bietet Führungen für Muslime an. „Vor ein paar Jahren kamen sogar einmal muslimische Frauen auf uns zu. Sie wollten unsere Kirche gerne von innen sehen, wussten aber nicht so ganz, wie sie sich da verhalten müssten“, sagt Assmann. „Da haben wir kurzerhand einen eigenen Rundgang organisiert.“

In dieses Miteinander passt dann auch die Geste vor St. Marien. „Ein positives Signal in schwierigen Zeiten“, betont Assmann.

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