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Neuss: Mundart soll gestärkt werden - Veranstaltung im Pastor-Bouwmans-Haus

Veranstaltung in Neuss : Mundart soll gestärkt werden

„Wir haben viele Jahre zur Förderung der Heimatsprache in unserem Jahresprogramm auch immer Mundartabende angeboten. Sie waren immer sehr gut besucht.“ Marlene Conrads, Vorsitzende des Heimatvereins Gartenvorstadt Reuschenberg, hat dennoch ein Problem: „Es sind nicht die Zuhörer, sondern die Interpreten, die uns ausgehen.“

Die bestens vernetzte Vorsitzende hatte auch hier eine Lösung gefunden und als Beiratsmitglied im Verein zur Pflege und Förderung der Mundart im Rhein-Kreis Neuss die Chance genutzt, zu einem Rheinischen Mundartabend einen versierten Partner ins Boot zu holen und in Kooperation mit dieser Vereinigung ins Pastor-Bouwmans-Haus einzuladen. Im Angebot: Interpreten aus dem Rhein-Kreis von Zons, Korschenbroich, Kleinenbroich, Neuss mit Selikum und Reuschenberg. Das gemeinsam ausgearbeitete Programm mit einer bunten Mischung von Mundartvorträgen und Liedern sorgte bei dieser Premiere für viel Beifall im ausverkauften Haus.

Eine Zusammenarbeit, die auch dem Vorsitzenden des Mundart-Fördervereins gefiel. Hans-Willi Türks aus Pesch: „Was wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, nämlich der Mundart eine Zukunft zu geben, ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Wir verfügen über eine Anzahl guter Interpreten, die die Mundart im Herzen tragen.“ Es gelte, im Sinne des Schirmherrn, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, sich gegenseitig im Sinne der Ziele zu unterstützen. „Wenn auch Begriffe variieren, sprechen wir doch alle die Rheinische Mundart. Zumindest die Älteren. Es wird eine große Aufgabe sein, diesen Schatz an die Jugend weiterzugeben.“ Eine Jugend, die oft noch Mundart versteht, sie aber kaum noch spricht.

In diesem Sinne veranstalte der Verein alljährlich auf dem Türks-Hof ein Sommerfest der Mundart. Wozu alle Generationen eingeladen sind. Vorsitzender Hans-Willi Türks wünscht sich zudem ein größeres Engagement der Schulen, auch Mundart anzubieten.

Zudem wurde schon die Stadt Korschenbroich angesprochen, die Ortsschilder zweisprachig zu gestalten. Die Idee wäre zum Beispiel, dem offiziellen Kleinenbroich ein mundartliches Kleenebrook zur Seite zu stellen.