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Neuss: Mund und Rachen mit Lauge verätzt - Gutachten klärt Schuldfrage

Verunreinigter Cocktail in Neuss : Mund und Rachen verätzt - Gutachten klärt Schuldfrage

Im Juni vorigen Jahres wurde zwei Frauen ein mit ätzender Lauge verunreinigter Cocktail serviert. Ein neues Gutachten bestätigt Ulrike Calefice, dass der Verursacher für ihre Verätzungen in Mund und Rachen identifiziert ist.

Denn im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat die Polizei in dem Lokal am Markt, in dem man ihr und einer Freundin im Juni vorigen Jahres einen mit einer ätzenden Lauge verunreinigten Cocktail Aperol Spritz servierte, im Februar Proben genommen und im Landeskriminalamt analysieren lassen. Das Ergebnis liegt nun vor, sagt Calefice.

 Aperol Spitz: Ein Genuss, doch in einem Fall verunreinigt.
Aperol Spitz: Ein Genuss, doch in einem Fall verunreinigt. Foto: Pixabay

Demnach konnte ein Spülmittelkonzentrat gefunden werden, das auch in der Getränkeprobe nachzuweisen war, die die beiden Frauen geistesgegenwärtig noch selbst sichergestellt hatten, bevor sie als Notfall mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden waren. Zudem, so berichtet Calefice, sei eine Aperol-Flasche gefunden worden, in die eine blaue Flüssigkeit umgefüllt worden war. Genau diese Praxis vermutet sie als Ursache für ihr Unglück.

Das Gutachten wurde ihr und ihrem Anwalt nun von der Staatsanwaltschaft zugänglich gemacht, die ihre Ermittlungen in diesem Fall eigentlich schon im vergangenen Oktober einstellen wollte. Auf Druck von Calefice und ihrer ebenfalls verletzten Freundin wurde die Staatsanwaltschaft dann doch erneut tätig.

Für Calefice ist die Schuld- und Täterfrage geklärt, die Staatsanwaltschaft aber hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, wie Britta Zur von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf berichtet. Ob und wann mit einer Anklageerhebung gerechnet werden kann, ließ sie offen. Calefice allerdings wird ihrerseits am Ball bleiben und selbst Klage erheben.

  • Ein Aperol Spritz im Glas (Symbolfoto).
    In Neusser Lokal : Zwei Frauen durch Lauge im Aperol verätzt
  • Zwei Zeilen Bildunterzeile unter dem Foto.⇥NGZ-Foto:
    Mund durch Aperol verätzt : Neusserin will Wirt verklagen
  • St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft : Grefrath feiert Schützenwochenende

Obwohl sie das verunreinigte Gebräu sofort ausgespuckt hatte, geriet ein wenig der Flüssigkeit in den Verdauungstrakt. Zwei Drittel der Speiseröhre, Magen und Teile des Darms wurden verätzt. Seitdem gilt sie als chronisch krank. „Es bestehen echte Beeinträchtigungen.“

(-nau)