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Neuss: Mobilität der Zukunft bei "Grüne im Dialog"

„Grüne im Dialog“ in Neuss : Auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft

Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren: Friedbert Pautzke, Professor für Elektromobilität, spricht bei der Reihe „Grüne im Dialog“ im Vogthaus über den Stand der Technik und den Verkehr von morgen.

Wer einen technologischen Wandel verschläft, verschwindet vom Markt. Und deshalb ist Friedbert Pautzke, der 2009 zum ersten deutschen Professor für Elektromobilität ernannt wurde und an der Hochschule Bochum zusammen mit zwei Kollegen das Institut für Elektromobilität leitet, in Sorge um die deutsche Automobilindustrie. Er hadert mit dem Festhalten an alten Technologien und sieht die Gefahr, dass die deutsche Automobilindustrie zu den großen Verlierern des disruptiven Wandels zählen könnte. „Ich kann nicht verstehen, warum man Autos noch so wie heute baut. Die Elektromobilität wird sich durchsetzen und sie sollte es auch“, betont Pautzke.

Warum er diese Meinung vertritt, wie der Stand der Technik ist und welche Verbesserungen noch her müssen – zum Beispiel mit Blick auf die Ladeinfrastruktur –, schildert der in Neuss lebende Professor am Mittwoch, 27. Juni, 19 bis 22 Uhr, bei der Veranstaltung „Grüne im Dialog“ im Vogthaus, Münsterplatz 10-12. Pautzke wird einen Impulsvortrag zum Thema „Elektromobilität – Mobilität der Zukunft?“ halten, der Eintritt ist kostenfrei. Die Grünen freuen sich auf eine Diskussion mit den Gästen – und hoffen, dass es voll wird im Vogthaus. „Das Deutschland-Länderspiel bei der Fußball-WM ist dann ja schon beendet“, sagt Manfred Haag, Kassierer im Kreisverband der Grünen.

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Friedbert Pautzke macht keinen Hehl daraus, dass er klare Positionen vertritt. Sein Blick auf Elektromobilität sei sehr subjektiv, er sei kein neutraler Wissenschaftler, sondern von Grund auf überzeugt. „Ich bin ein Elektroautomobil-Evangelist“, sagt Pautzke. Seine Meinung – und weshalb er so von der Elektromobilität überzeugt ist – wird er bei der Veranstaltung im Vogthaus erklären und dabei einen ganzen Themenkatalog streifen. Pautzke wird den Stand der Technik an einem Beispiel schildern, mit Blick auf die Ladeinfrastruktur aufzeigen, wie künftig Batterien an deutschen Rastplätzen in 15 Minuten so aufgeladen werden, dass sie für 400 bis 500 Kilometer Fahrt reichen, und weshalb sich das Preis-Leistungsverhältnis zugunsten von E-Autos verändern wird. Und er spricht natürlich über ökologische Aspekte und den Energie-Mix. „Auch wenn wir mit einer flächendeckenden E-Mobilität noch längst nicht im Paradies sind.“

Eben weil Friedbert Pautzke von der Elektromobilität so überzeugt ist, mahnt er an, dass jetzt die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden müsse. „Ab 2024/25 wird jedes neue Auto ein E-Auto sein“, meint Pautzke. Darauf müssten sich Bund, Land und Kommunen vorbereiten. Die Grünen im Kreis und in Neuss plädieren für ein koordinierteres Vorgehen. Und wo stehen Neuss und die anderen Städte und Gemeinden im Kreis, wenn man den Weg zur flächendeckenden Elektromobilität als eine Zehn-Kilometer-Fahrt sieht? „Erst bei Kilometer eins“, sagt Manfred Haag.

Die Infrastruktur ist das eine, die Bedeutung für die Wirtschaft das andere. „Marktführer tun sich mit einem disruptiven Wandel immer schwer“, meint Pautzke. „Damit liefern sie sich der Gefahr aus, dass sie ihre starke Postion an neue Player verlieren.“ Wie schnell es gehen kann, wenn technologischer Wandel verschlafen wird, hat er im Ruhrgebiet gesehen. Pautzke nennt Nokia, einst Weltmarktführer der Mobiltelefon-Branche, als warnendes Beispiel. „Es gibt so viele Automobilkonzerne auf der Welt, die kapitalkräftig sind, und es entstehen viele neue Player.“

Wenn es um die Mobilität der Zukunft geht, steht bei der Veranstaltung aber nicht nur der Antrieb im Fokus. Auch neue Mobilitätskonzepte und das autonome Fahren werden angesprochen. „Ich bin überzeugt, dass sich Elektromobilität und autonomes Fahren beflügeln“, sagt Pautzke. Auch da wird es um den Stand der Technik gehen – und wie sie das Straßenbild und die Art, wie sich Menschen fortbewegen, verändert. Die Grünen wollen mit der Veranstaltung die Diskussion um die Mobilität von morgen ankurbeln. Und auch Probleme sollen diskutiert werden: Bei der Elektro-Mobilität mangele es bislang zum Beispiel an adäquaten Recycling-Lösungen für die Batterien.

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