1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Millionenbetrug mit Pfandflaschen geht erneut vor das Landgericht Düsseldorf

Millionenbetrug in Neuss : „Pfandflaschen-Prozess“ geht in die zweite Runde

2014 kam es in Neuss zu einem Millionenbetrug mit Pfandflaschen. Der Angeklagte im Prozess vor einem Jahr wurde freigesprochen. Dennoch muss sich der Beihelfer zur Tat jetzt erneut vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten.

Vor dem Landgericht Düsseldorf muss sich am 11. August ein Mann verantworten, der wegen der selben Tat bereits im vergangenen Jahr vor Gericht stand, aber nicht belangt werden konnte. Der Grund: Es gibt keine Beihilfe zu einem Freispruch. Damals ging es um die Beihilfe zu einem Millionenbetrug mit Pfandflaschen. Dem Angeklagten – ein 46 Jahre alter Familienvater – wurde vorgeworfen, als Geschäftsführer eines Getränkemarktes Rücknahme-Automaten manipuliert und so eine Summe von rund 1,8 Millionen Euro ergaunert zu haben. Doch er wurde rechtskräftig freigesprochen, da er die Geschäftsführung nur als Strohmann für einen Bekannten übernommen und nichts von dem Betrug gewusst haben soll. Durch den Freispruch des Angeklagten kam auch der Beihelfer – er soll die Scheinrechnungen, die für den Betrug benötigt wurden, zur Verfügung gestellt haben – ungeahndet davon.

Der eigentliche Täter, also der faktische Geschäftsführer des Getränkemarktes, konnte in dem vorangegangenen Prozess ebenfalls nicht belangt werden, da die Tat verjährt war, als bekannt wurde, dass nicht der Angeklagte, sondern eine andere Person (der faktische Geschäftsführer) die Tat zu verantworten hatte. Die Betrugstaten wurden im ersten Halbjahr 2014 begangen.

Da die Beihilfetat hingegen nicht verjährt ist, muss sich der Beihelfer jetzt erneut vor Gericht verantworten – und das wiederum zur Beihilfe an dem Millionenbetrug, durch das Zurverfügungstellen der Scheinrechnungen.

Bei dem Betrug mit Pfandflaschen sollen zwei zertifizierte und so zur Rücknahme von Einweg-Getränkeverpackungen zugelassene Automaten so manipuliert worden sein, dass die eingeführte Verpackung nicht zerstört wurde. Stattdessen konnten sie unbeschädigt entnommen und so erneut wie mehrfach in den Automaten eingeführt werden.

(capf)