Neuss: Mehr Platz für Autos auf der Geulenstraße

Nadelöhr in Neuss : Die Geulenstraße wird verbreitert

Die Zufahrtsstraße zum Etienne-Krankenhaus ist ein Nadelöhr – und ein politischer Dauerbrenner. Eine Entlastung soll jetzt eine Verbreiterung der Fahrbahn bringen. Und: Eine Einbahnstraßen-Regelung wird im Verkehrsversuch geprüft

Neuer Anlauf zur Entschärfung der Verkehrssituation auf der Geulenstraße: Im Planungsausschuss wurde am Mittwochabend ein neuerlicher Umbau der Straße beschlossen, der die Fahrbahn zulasten der Gehwege verbreitert. Zudem konnte die SPD ihre Idee eines Verkehrsversuchs durchsetzen, bei dem Einbahnstraßenregelungen auf Geulen- und Pommernstraße zur Steuerung des Verkehrs im Quartier um das Johanna-Etienne-Krankenhaus geprüft werden sollen. Ein Doppelschlag – aber ist er auch der Befreiungsschlag?

Der SPD-Vorschlag ist nicht ganz neu. Er war als Variante eines Verkehrsgutachtens aus dem vergangenen Jahr beschrieben worden, das alternative Erschließungsmöglichkeiten für das „Etienne“ untersucht hat. Ergebnis: Eine gleich gute Alternative zur Geulenstraße gibt es nicht. Die Variante, die die SPD nun wieder ins Gespräch bringt, nannte die Stadtverordnete Claudia Föhr deshalb auch nur „einer der am wenigsten schlechten“.

Dass sie diese überhaupt hervorgekramt hat, hängt mit einer Beobachtung zusammen: Die vorübergehende Einbahnstraßenregelung, die aus Anlass eines Hausbaus an der Geulenstraße eingerichtet worden war, hatte nicht zum Verkehrsinfarkt in angrenzenden Straßen geführt. Und auch nicht zu mehr Protesten, wie Föhr berichtet. Das fand sie ermutigend.

Bei dem Versuch geht es darum, die Geulenstraße von der Venloer Straße aus Richtung Krankenhaus zur Einbahnstraße zu machen. Abfließender Verkehr soll über Schabernack- und Pommernstraße geleitet werden. Die Steinhausstraße, so forderte Roland Sperling (Linke), müsse von allen Neuregelungen ausgespart bleiben. Dort gebe es Probleme genug. Mit dem Verkehrsversuch will Sven Schümann (CDU) auch eine Ausnahme für ausrückende Notärzte prüfen. Für die wäre gut, wenn sie bei Einsätzen schnell über die Geulenstraße zur Venloer Straße kommen könnten. Schümanns Idee: eine Ampel, die dem Notarzt Vorfahrt gibt – wie an der Wache Nord der Malteser an der Kaarster Straße zu besichtigen.

Der Verkehrsversuch wird geprüft, sagte Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrsangelegenheiten zu. Er warb aber auch dafür, den Umbau zu beschließen. „Der ist so oder so sinnvoll.“ Und er wäre, das sei hinzugefügt, auch nicht so durchgreifend wie bei der Kanalsanierung in den Jahren 2003/04, nach deren Abschluss die Geulenstraßen-Anlieger sogar ein Befreiungsfest feierten.

Nun soll – allerdings frühestens in zwei Jahren – „nur“ der Straßenraum neu geordnet werden. Und das auch nicht auf ganzer Länge. Die Lösung entspricht nicht ganz den Vorschriften, weil der Gehweg auf der nordwestlichen Seite auf 2,10 Meter Breite schrumpft – und damit 40 Zentimeter unter der Norm liegt. Trotzdem stimmt die Politik dem Vorschlag zu, vom Gehweg 70 Zentimeter abzutrennen und der Fahrbahn zuzuschlagen. Die wird damit im Nadelöhr zwischen den Einmündungen Mecklenburgstraße und Am Hasenberg auf 5,20 Meter Breite gebracht. Auch das ist für eine solche Sammelstraße noch zu wenig, führt aber, so die Verwaltung, zu einer wesentlichen Verbesserung.

Die Kosten sind noch nicht ermittelt. Anwohner aber werden nicht zur Kasse gebeten.

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