Neuss: Mehr Angehörige suchen Jugend- und Drogenberatung (Drobs) auf

Jahresbericht 2018 in Neuss : Mehr Angehörige suchen die Drogenberatungsstelle auf

Die Jugend- und Drogenberatungsstelle (Drobs) stellt ihren Jahresbericht 2018 in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag vor.

Das Gremium tagt ab 17 Uhr im Ratssaal des Neusser Rathaus, Markt 2. Neu in dem Bericht ist im Vergleich zu den Vorjahren, dass er um das Arbeitsgebiet „Beratung mobil – Streetwork“ erweitert wurde. Der Bericht enthält nun detaillierte Informationen zu fünf statt zuletzt vier Bereichen. Bei letzteren handelt es sich um die Fachstelle für Suchtprävention, die Drogenberatung, das Angebot im Kontaktcafé „Come In“ sowie um betreutes Wohnen.

Die mobile Beratung ist ein wichtiger Baustein im Angebot der Drobs. Seit Dezember 2018 sind Streetworker unterwegs. Sie sind sowohl Ansprechpartner für Erwachsene, die im öffentlichen Raum Drogen, Alkohol und andere Suchtmittel konsumieren, als auch für Bürger, die Auffälligkeiten wahrnehmen. Insgesamt beträgt die Personalkapzität dafür 88 Wochenstunden, darin sind zehn Stunden zur Koordinierung des Beschäftigungsprojekts „Power-Kehrer Neuss“ eingerechnet. Dabei säubern seit diesem Jahr fünf Drogenkonsumenten, die der sogenannten Straßenszene angehören, gegen eine Aufwandsentschädigung in der Regel drei Mal wöchentlich vereinbarte Orte und säubern das Stadtgebiet auf diese Weise von zum Beispiel Spritzen oder Flaschen.

Neu bei der Arbeit der Streetworker ist, dass sie seit April 2019 ihre Tätigkeit webbasiert dokumentieren. Bis zum Stichtag 14. August gab es demzufolge 80 Einzelkontakte und 57 Kontakte mit Gruppen. Bei 91 Prozent der Kontakte handelt es sich um Männer, fast zwei Drittel der einzeln angetroffenen Personen sind laut Bericht der Drobs wohnungslos.

Hauptsuchtmittel der Klienten der Jugend- und Drogenberatung waren im vergangenen Jahr Opioide (ursprünglich in der Regel Heroin), gefolgt von Cannabis und Stimulantien wie zum Beispiel Amphetaminen. Bei der sogenannten Intensivklientel – dabei handelt es sich um Personen, die innerhalb von 60 Tagen mindestens zwei Beratungsgespräche wahrnehmen – ging es in 49,6 Prozent um Opioide, in 15,6 Prozent um Cannabis und um 10,3 Prozent um Stimulantien.

Zugenommen hat die Zahl der intensiv beratenen Angehörigen. Waren es 2017 noch 36, so waren es laut Drobs-Bericht im vergangenen Jahr 63 Personen.

(abu)
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