Rheinisches Landestheater in Neuss Fake-News erkennen und entlarven

Neuss · Der Publizist Tom Buschardt gastiert mit seinem Vortrag „Die Lüge ist nur einen Klick entfernt“ im RLT. Er zeigt auf, wie sich Fake News erkennen lassen.

Tom Buschardt durchleuchtet vor Publikum die Text- und Bildmechanismen der Propaganda.

Tom Buschardt durchleuchtet vor Publikum die Text- und Bildmechanismen der Propaganda.

Foto: Maria-Christina Nimmerfroh

Sie werden in sozialen Medien verbreitet und können täuschend echt aussehen: Wie gelingt es „Informationen“ und „Fake-News“ zu unterscheiden?

Um dieses Thema dreht sich ein Vortrag, den das Rheinische Landestheater (RLT) gemeinsam mit dem Deutschen Bühnenverein veranstaltet: Am Montag, 31. Oktober, ist dafür der Medienberater und Kommunikationstrainer Tom Buschardt im RLT-Studio zu Gast, der unter dem Titel „Die Lüge ist nur einen Klick entfernt! Fake-News. Krieg. Terror. Propaganda. Politik“ multimedial referiert.

Buschardt, der selbst viele Jahre lang als Redakteur und Moderator unter anderem für ein Informationsprogramm der ARD gearbeitet hat und an Hochschulen lehrt, hat sich insbesondere seit dem Krieg in der Ukraine mit dem Thema „Fake News“ auseinandergesetzt, um aufzuklären: Denn der unwissende Umgang mit Informationen spiele Fake News und Propaganda in die Händen. Selbst bei seinen Studierenden musste er feststellen, dass sie Lücken in der Medienkompetenz haben: „Teilweise können sie journalistische Formen wie einen Kommentar, eine Glosse oder eine Meldung nicht voneinander unterscheiden“, sagt er.

Daraus entstand im April 2022 ein Vortrag, mit dem er an mehreren Hochschulen zu Gast ist, um über die Text- und Bildmechanismen von Propaganda aufzuklären. An aktuellen Beispielen erläutert er, wie Fake-News von Nachrichten unterschieden werden können „Manchmal ist es allein der Satzspiegel, der einen falschen Tweet auffliegen lässt“, sagt Buschardt. Dabei verdeutlich er auch, wie professionell Propaganda aufbereitet wird: „Wir schauen uns auch an, wie professionell die Kommunikation vom Islamischen Staat und der Al Qaida ist“, verrät er, „ich packe nichts in Watte und ich empfehle ein Mindestalter von 16 Jahren. Aber wir werden auch mal Lachen, klar.“

Es gehe aber auch darum, für die Medienarbeit zu sensibilisieren: „Ich erkläre, dass dort unter Zeitdruck auch Fehler passieren können, dies jedoch nichts mit den absichtlich gestreuten Fake-News zu tun hat“, sagt er. Ziel soll sein, Quellen kritischer zu hinterfragen. „Nach einem Vortrag an einer Hochschule bekam ich die Rückmeldung, dass sich einige Studierende nun ein Zeitungsabo zugelegt haben“, sagt er.

Tickets kosten fünf Euro, die Hälfte der Einnahmen wird das RLT spenden.

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