Neuss: Lukaskrankenhaus nimmt Abschied von dienstältesten Krankenschwestern

Ein Leben für die Pflege : Das Lukaskrankenhaus Neuss verabschiedet seine dienstältesten Krankenschwestern

Monika Franken und Annemarie Radtki haben als Krankenschwestern viel erlebt. Damals hatten noch Ordensfrauen das Sagen und die Besuchszeiten waren streng geregelt.

Oft sind es kleine Dinge, die das System „Krankenhaus“ besser machen. An solchen Entwicklungen haben Monika Franken (63) und Annemarie Radtki (62) dort mitgewirkt, wo es ihnen möglich war: im Lukaskrankenhaus. Nicolas Krämer, Geschäftsführer des Hauses, dankte beiden auch deshalb zur Verabschiedung für ein „prägendes Engagement“.

Als sich im Hause Radtki das zweite Kind ankündigte, kämpfte die Kinderkrankenschwester mit ihrem Mann, der im „Lukas“ für den Einkauf verantwortlich war, dafür, dass „ihr“ Krankenhaus einen Kindergarten bekommt. Heute ein Standard für viele soziale Arbeitgeber. Und als Krankenschwester Monika mit der ersten Tochter im Wochenbett lag, kämpfte wiederum sie dafür, dass der stolze Vater – ein Krankenpflegerkollege aus der „Inneren“ – dabei sein durfte, wenn sie die Tochter stillt. Heute klingt das überholt, wie aus einer anderen Zeit. Und das ist es irgendwie auch. Denn die beiden Schwestern waren schon im „Lukas“ tätig, als dort Ordensfrauen das Sagen hatten und das Foyer mit einer Kordel gesperrt wurde, vor der sich zu der streng reglementierten Besuchszeit die Angehörigen der Patienten stauten – und losstürmten wie beim Schlussverkauf, wenn der Weg endlich frei war.

Vier Chefärzte und vier kaufmännische Leiter haben beide in ihrer Laufbahn erlebt, die noch andere Parallelen aufweist. Beide kamen mit 17 Jahren als Krankenpflegeschüler ans Haus und lebten im Schwesternwohnheim, wo sie sich immer schriftlich abmelden mussten, wenn sie ausgehen wollten. „Wir waren ja noch nicht volljährig“, sagt Franken. Beide lernten ihre Ehemänner im Kollegenkreis kennen, beide brachten im „Lukas“ ihre Kinder zur Welt, beide hatten nie einen anderen Arbeitgeber. Und: Beide kümmerten sich um Kinder. Die Kinderkrankenschwester Radtki zuletzt als Leiterin der Station für Frühgeborene der Kinderklinik, Franken seit 1992 als Chefin der Wochenbettstation. Nach fast 45 beziehungsweise 46 Dienstjahren steht für die dienstältesten Schwestern des „Lukas“ jetzt der Wechsel in den Ruhestand an. Zumindest für Schwester Annemarie. Schwester Monika will ihrer Nachfolgerin Heike Schotten als Mini-Jobberin noch unter die Arme greifen – und von dieser Wate aus die Fusion mit den Kreiskliniken weiter beobachten.