Neuss löst seine Kita-Krise

Neuss löst seine Kita-Krise : DRK startet mit Kita auf der Furth

Der Sozialverband DRK wird Träger einer Kita im Pfarrzentrum Heilig Geist, kann aber nur einen Teil der Räume dort nutzen. Der Rest der Fläche soll wieder dem Gemeindeleben dienen. Die Fusion der vier Further Pfarren ist geplatzt.

Das Deutsche Rote Kreuz will in der Nordstadt Fuß fassen. Die Chance dazu hat sich jetzt aus der Kita-Krise der Stadt ergeben, die dringend einen Träger für eine provisorische Kindertageseinrichtung im Pfarrzentrum der Heilig-Geist-Gemeinde gesucht hat. Das wird damit zum dritten Mal seit Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1973 zur Kita, allerdings nur bis zum Jahr 2020 – und nicht in Gänze. Man habe bewusst nur einen Teil der Räume zur Verfügung gestellt, betont Pfarrer Hans-Günther Korr, „damit der Pfarrbetrieb laufen kann“.

Die Gemeinde brauche Räume, um das Gemeindeleben neu beleben zu können, unterstreicht Jochen Goerdt, der geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Heilig Geist. Ein Element dabei soll der Kirchenchor sein, der nun einen Neustart unter neuer Leitung versucht. Kantorin Marion Auler-Diederich hat die Gemeinde nach gut einem Jahrzehnt im Kirchendienst verlassen, ihre Nachfolgerin Helene Sommers lädt nun für Donnerstag, 30. August, zur ersten Probe ein. „Wir sind froh, dass es auch da weitergeht“, sagt Goerdt.

Der Neustart an Heilig Geist spielt sich vor dem Hintergrund einer Kontinuität an anderer Stelle ab. Denn die angestrebte Fusion der vier Gemeinden im Seelsorgebezirk ist vorerst vom Tisch, wie Pfarrer Korr bestätigt. In einer Abschlussitzung aller Kirchenvorstände habe sich zwar eine Mehrheit für diesen Weg ausgesprochen, die geforderte und auch angestrebte Einstimmigkeit aber wurde nicht erreicht. „Mal sehen, was jetzt wird“, sagt Korr. Die Gemeinden bleiben damit auf absehbare Zeit selbständig, die Strukturen werden erhalten. Das heißt auch: Am 17. und 18 November finden in allen vier Gemeinden auf der Furth Kirchenvorstandswahlen statt.

Das Gemeindezentrum noch einmal als Kita zur Verfügung zu stellen, sei nicht geplant gewesen, sagt Korr. Man habe aber die Not der Stadt gesehen, die zum Start des neuen Kindergartenjahres in diesem August Platz für 200 Kinder schaffen musste, die zunächst unversorgt geblieben waren. 44 davon kommen nun im Pfarrzentrum Heilig-Geist unter, wo das DRK zum 1. Oktober die Kita „Zauberwald“ etabliert. Die soll, wie Solveig Hengst vom Vorstand des DRK-Kreisverbandes erklärt, mit zwei Gruppen starten und mit Ablauf des Mietvertrages im Jahr 2020 in ein Provisorium umziehen, das am Weißenberger Weg auf der Fläche der ehemaligen Schraubenfabrik errichtet werden soll. In dem Neubaugebiet, das dort in Planung ist, wird dieses Provisorium durch einen Neubau abgelöst, in dem dann die DRK-Kita dauerhaft bleiben wird. Für den Sozialverband ist die Kita „Zauberwald“ die zehnte Einrichtung dieser Art im Neusser Stadtgebiet.

Als ihre Kita Weißenberger Weg für einen Neubau abgerissen wurde, nutzte die Gemeinde Heilig Geist ihr Pfarrzentrum schon einmal für 18 Monate zur Kinderbetreuung. Es folgten zwei Jahre, in denen die Diakonie die dreigruppige Kita „Wirbelwind“ dort einquartieren konnte. „Das war gelebte Ökumene“, sagt Kita-Leiterin Petra Zimmer in der Rückschau. Sie ist seit Februar in einer für „Wirbelwind“ neu gebauten Kita tätig, habe sich im Pfarrheim aber immer sehr wohl gefühlt.

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