Neuss: Neuss liest ein Buch von Margriet de Moor

Neuss: Neuss liest ein Buch von Margriet de Moor

"Der Maler und das Mädchen" von Margriet de Moor steht im Mittelpunkt des Lese-Festivals "Neuss liest ein Buch", das die Stadtbibliothek veranstaltet. Zum ersten Mal ist damit eine niederländische Autorin Gast des Festivals.

Die vierte Auflage der Aktion "Neuss liest ein Buch" ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine besondere: Zum ersten Mal dreht sich alles um ein Buch, das im Original nicht in Deutsch geschrieben wurde; zum ersten Mal ist der Autor eine Frau; zum ersten Mal läuft das Lese-Festival über drei Wochen. Den bisherigen aus Deutschland stammenden Autoren Dieter Wellershoff (2010), Uwe Timm (2011) und Hans-Josef Ortheil (2012) waren jeweils noch zwei Wochen gewidmet gewesen, in denen in etlichen Lesungen ein zentrales Werk vorgestellt wurde.

Mit der 1941 geborenen Margriet de Moor hat sich der Veranstalter, die Stadtbibliothek, nun ganz bewusst für eine niederländische Schriftstellerin entschieden (die aber fließend Deutsch spricht), "weil wir auch durch den Literarischen Sommer der niederländischen Literatur ganz besonders verbunden sind", sagt Alwin Müller-Jerina, der das Haus am Neumarkt leitet. Ohnehin ist de Moor am Niederrhein ein bekanntes Gesicht, war auch schon in der Neusser Stadtbibliothek zu Gast.

Müller-Jerina und seine Kollegin Ursel Hebben, die das Festival organisiert, freuen sich nicht nur über die unkompliziert zustande gekommene Zusage der Autorin, sondern auch ganz besonders über das Buch, das im Mittelpunkt steht. "Der Maler und das Mädchen" spielt im Amsterdam des 17. Jahrhunderts und erzählt, wie Rembrandt zu den beiden Zeichnungen "Elsje Christiaens, an einem Galgen hängend", die sich heute im Besitz des Metropolitan Museum of Art in New York befinden, kam.

Eine fiktive Geschichte, ohne Namensnennung des Malers, die aber so passiert sein könnte. "Das Buch verbindet Literatur, Musik und Kunst", sagt Müller-Jerina; er sieht darin auch die Chance, das Neusser Lese-Fest um etliche Facetten anzureichern. Wie gewohnt wird sich das Programm aus Veranstaltungen zusammensetzen, die von Profis und Laien auf die Beine gestellt werden.

Ab sofort sammelt Ursel Hebben Termine und Veranstaltungsvorschläge von jedermann, freut sich zudem, dass der Kreis der Interessenten immer größer wird: "Das Netzwerk Mitte wird sich beteiligen", sagt sie, "die VHS und auch das Edith-Stein-Haus sind dabei." Die Bürgergesellschaft macht wieder mit, die NGZ ebenso wie das Bücherhaus am Münster, und auch die Institutsleiter der Kultureinrichtungen haben ihr Mitwirken zugesagt.

Und wenn es nach Müller-Jerina geht, machen auch private Lesezirkel mit: "Davon gibt es einige", sagt er, "und es wäre doch toll, wenn die andere zu sich einladen würden." Wobei — wie jedes Mal bei "Neuss liest ein Buch" — auch andere Werke de Moors als das im Fokus stehende Buch vorgestellt werden können.

Und natürlich gibt es wieder die Kaffeepausen-Lesungen, versichert Hebben lächelnd. Die im vergangenen Jahr erstmalige zeitliche Verlagerung der Reihe vom Mittag auf den Nachmittag habe dem Zuspruch gutgetan. Für die Eröffnung am 25. September, an der auch Margriet de Moor teilnehmen wird, hat die Stadtbibliothek das Foyer des RLT gebucht. "Da sind wir bei den Zuschauerzahlen flexibler", sagt Müller-Jerina.

Hier geht es zur Infostrecke: "Neuss liest ein Buch" 2013: Das sind die Termine

(NGZ/EW)
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